Mülle Grazie und mein Denkfehler

Mittwoch – Ich bin in der Nähe vom Feuersee in Stuttgart-West und spaziere, als ich an einer Kreuzung einen Mülleimer sehe. Ein drauf geklebter Pfeil zeigt zum Loch. Unter diesem Pfeil lese ich “Mülle Grazie” und direkt fängt mein Gehirn an, sich aufzuregen.

Ich denke: “Äh?! Wie meinen sie das? Soll das ein Witz sein, weil wir Italiener immer tendieren, am Ende jedes deutschen Wortes einen ‘-e‘ einzufügen. Wie diese Bekannte von mir, die mal zu ihrem Freund auf Italienisch in Karlsruhe sagte: “Amo, sto a Marktplatze!” (Liebling, ich bin am Marktplatze!). Oder beziehen sie sich jetzt auf die unzähligen Müllskandalen in Italien? Soll ich mich jetzt wirklich aufregen?!”

Ein bisschen Zeit vergeht und, als ich fast meine innerliche Aufregung vergessen hatte, fing ich an, zu verstehen…

“Ah, echt jetzt?! Das war ein Wortspiel! Mülle Grazie = mille grazie. Die Stadt Stuttgart wollte sich damit bei den Bürgern bedanken, die sich Mühe geben und ihren Müll in den Mülleimern entsorgen. Oh Mann, können sich die Deutschen das endlich nicht mal abgewöhnen: Niemand sagt in Italien mille grazie! Man sagt: Grazie mille!!!

Der öffentliche Mülleimer mit der Schrift Mülle Grazie

Rediscovering the importance of communities

I don’t know exactly what to write in a time like this, I just feel that I have to write something.

As you know I’m Italian from a small town near Milan and I live in Stuttgart, Germany. I was in my hometown from 21 to 23 february and visited my mum and friends as the first person died in Lombardy of coronavirus. That’s why I had to work the following two weeks from home in order to protect the health of my colleagues.

Staying home alone for me is always a challenge but I managed it very good: I even cooked and went for a walk during the lunch break.

I started immediately to follow more closely the Italian and German news. Thank God we live in a connected world so I had the possibility to stay in touch with my friends and family and stay updated about the consequences of the government directives on their immediate lives.

Last Monday I got back to the office and I don’t know exactly how the situation will develop in the next few weeks here in Germany. Baden-Württemberg is closing on Tuesday all schools and kindergartens at least till Easter. A lot of companies are enabling their employees to work from home also to take care of their children.

What I observed in this last period is the solidarity of the people both in person and online.

I was asked by a lot of people here about my family and loved ones in Italy and everybody seemed truly concerned and interested.

I heard on the Italian radio a lot of stories of people that keep going to their workplaces to enable the population to satisfy the basic needs.

I’m following the hashtag #resistereallabbruttimento started by the radio host Claudia de Lillo (@quielasti) on Instagram that offers the possibility to share photos or videos of activities at home in order to fight the discomfort. I have to say that Italians confirm their creativity sharing contents like baking cakes and biscuits, preparing pizza and focaccia, gardening, de-cluttering, doing sport, singing or playing instruments and a lot of games with children.

I also saw in some people the panic rising and this was obvious. I only hope that everyone will understand that fear and anxiety are not constructive feelings and will preserve their inner balance.

This difficult time is a challenge for us but we are facing it together.

I see it as a possibility to grow with my own family and in my neighborhood here in Stuttgart-West. Maybe it is a possibility to focus again on the importance of our communities and of the civic sense that in our capitalistic society got lost.

I already see a lot of solidarity here in Stuttgart-West. I follow online some local shops, restaurants and cafes that are building a community to help each other even if for them this is a period of great uncertainty. They all don’t know how long they will stay open. I see here also a lot of young people offering their help to elderly people as it happened in Italy.

I’m also proud to hear that people who understand Italian are reading a lot of Italian newspapers because they find them more informative. In my country the situation is serious but I think other countries are looking to Italy and taking example of it.

I’m very confident that we will handle this situation and, as I read in an article published by Repubblica, we will appreciate more our daily routine when we will have the possibility to get back to it.

After the rain comes the rainbow.

A rainbow on the Caribbean island of Dominica
A rainbow on the Caribbean island of Dominica

Feinstaub in Stuttgart: Die S-Bahn ist keine Alternative

Am 28.01. wurde mal wieder nach Feinstaubalarm in Stuttgart geschrien.

Nach einem Tag beweist sich aber die VVS als keine Alternative für den Straßenverkehr.

Eine Gesellschaft, die mal wieder Ihren Passagieren keinerlei Informationen, weder in der App noch durch Ihrem Personal, anbieten kann. Für 2 Stunden war die VVS nicht in der Lage, eine alternative Fahrtmöglichkeit zwischen Stuttgart und Flughafen anzubieten. Das Chaos wurde von einem Notarzt-Einsatz im Schwabtunnel verursacht.

Nur die Monitore lieferten, wenn überhaupt, (unvollständige) Informationen den verzweifelten Passagieren. Keine Lautsprecher-Ansage war weder in der Schwabstraße noch am Hauptbahnhof zu hören. Menschenmassen bildeten sich am Hauptbahnhof, ohne dass jemand sich verantwortlich fühlte.

Wenn man einen Zug erwischte, stand man wie eine Sardelle eine Weile im Zug, ohne zu wissen ob und wann er fahren würde.

Es tut mir Leid, das zu schreiben aber der Weg, sich als mögliche Auto-Alternative zu positionieren, ist für die VVS noch sehr lang. Das bestätige ich als täglicher VVS-Fahrgast und das ist in einer von den Grünen regierten Stadt echt traurig.

Gratitudine

Quando la tua settimana inizia, dopo un weekend all’insegna dell’amicizia vera, incontrando il tuo ortolano greco che, mentre cammini per andare a prendere il treno, ti saluta e sorridendoti ti porge un melograno così regalandotelo…


…non puoi che essere grata delle persone che la vita ti ha donato e che tu hai scelto come compagne di cammino. Risulta così facile e naturale sentirsi ricchi dentro.

Von Falten und lebendigen Augen

Ich höre das Lied “Sul lungo mare del mondo” des italienischen Sängers Jovanotti und ich sitze im Zug. Richtung Stuttgart. Genüber mir zwei unbekannte, die auf einer Kunstaustellung in Karlsruhe waren. Sie, eine hübsche Frau, hat im Gesicht einige Falten, die zeigen, dass sie einen langen Weg durchgemacht hat, bevor sie in diesen Zug eingestiegen ist. Er hat lebendige Augen, die ab und zu sich vor Müdigkeit schließen. Der Zug bringt uns in meine zukünftigen Stadt.
Nach einer schwierigen Zeit, folgt eine Zeit der Veränderungen. Ich sehe wie die Sonne unter geht und fühle mich dabei, wie seit langer Zeit nicht mehr, ohne Gedanken. Es ist ein gutes Gefühl: loszufahren um dann anzukommen verlangt manchmal Mut. Wichtige Entscheidungen zu treffen ohne dass es schwer fällt verlangt Kraft und Energie, wenn du sie spührst kannst du nicht ruhig bleiben: du musst machen, dich bewegen und anfangen mit deinen eigenen Beinen zu laufen. In einen Zug einzusteigen, deinen Koffer zu verstauen, deine Nachbarn anzulächeln, weil du weisst, dass es nichts kostet nett zu sein und weil es dir bewusst ist, dass jede Person, die du triffst, ihre Geschichte hat. Du fragst dich dann wie du sein wirst wenn du Falten im Gesicht haben wirst und hoffst, dass du deine lebendigen Augen nicht verlieren wirst.