Vor acht Jahren

Vor acht Jahren wurde ich zum ersten Mal zu einem Vorstellungsgespräch für eine Stelle in Deutschland eingeladen. Zwei Tage später bekam ich eine positive Rückmeldung und verließ eine unbefristete Stelle in Mailand, um diese neue Herausforderung anzunehmen.
Es waren acht harte Jahre. Zwischen mir, meiner Familie und meiner Freunden lagen 600 km. Ich war plötzlich nicht mehr in dem alltäglichen Leben meiner Geliebten anwesend. Ich musste daher kreativ werden und neue Methoden nutzen, um den Kontakt zu halten. Gott sei Dank gab es schon Whatsapp und die Videocalls, danach kamen noch die Sprachnachrichten hinzu. Zudem wurde ich mit einer anderen Arbeitskultur konfrontiert und bin erwachsen geworden.
Es waren aber acht Jahre, in denen ich unter verschiedenen Aspekten aufblühte. Ich lebe in einer internationalen Beziehung und das kann echt lustig sein. Ich bin sehr interessanten Menschen begegenet, die mir ihre Freundschaft schenkten. Ich habe mein Deutsch verbessert und kann sogar Schwäbisch verstehen – übrigens danke Dominik und deiner Familie. Keine Sorge: wie bei Mailändisch und Neapolitanisch kann ich Schwäbisch nur verstehen aber nicht aktiv sprechen. Man ändert nicht seine eigene Natur, wenn man ins Ausland zieht.
Vor neun Jahre, als ich anfing mich nach Deutschland zu bewerben, folgte ich einem Traum. Heute erlebe ihn jeden Tag.
Ich musste auf etwas verzichten, das schon, aber das war es wert. Wenn man eine Vision hat, kann man sie verwirklichen, nur wenn man daran glaubt und aktiv wird. Wenn ich gefragt werde, warum ich nach Deutschland bin, sage ich immer: “Ich wollte nicht 40 werden und mich fragen, wie es gewesen wäre, wenn…”
Meine Message mit diesem Post ist: Versuche es immer. Nicht zu sehr über eine Idee nachdenken. Ansonsten läufst du Gefahr es zu bereuen, nicht die Chance ergriffen zu haben, deine jetzige Situation zu ändern und stolz drauf zu sein, weil du den Schritt gewagt hast.

Acht Jahre in acht Fotos

Feinstaub in Stuttgart: Die S-Bahn ist keine Alternative

Am 28.01. wurde mal wieder nach Feinstaubalarm in Stuttgart geschrien.

Nach einem Tag beweist sich aber die VVS als keine Alternative für den Straßenverkehr.

Eine Gesellschaft, die mal wieder Ihren Passagieren keinerlei Informationen, weder in der App noch durch Ihrem Personal, anbieten kann. Für 2 Stunden war die VVS nicht in der Lage, eine alternative Fahrtmöglichkeit zwischen Stuttgart und Flughafen anzubieten. Das Chaos wurde von einem Notarzt-Einsatz im Schwabtunnel verursacht.

Nur die Monitore lieferten, wenn überhaupt, (unvollständige) Informationen den verzweifelten Passagieren. Keine Lautsprecher-Ansage war weder in der Schwabstraße noch am Hauptbahnhof zu hören. Menschenmassen bildeten sich am Hauptbahnhof, ohne dass jemand sich verantwortlich fühlte.

Wenn man einen Zug erwischte, stand man wie eine Sardelle eine Weile im Zug, ohne zu wissen ob und wann er fahren würde.

Es tut mir Leid, das zu schreiben aber der Weg, sich als mögliche Auto-Alternative zu positionieren, ist für die VVS noch sehr lang. Das bestätige ich als täglicher VVS-Fahrgast und das ist in einer von den Grünen regierten Stadt echt traurig.

Ausdauer: mein Wort für 2016

Ich habe am Silvester aus einem Beutel voll von Wörtern das Wort Ausdauer zufällig als Wort des Jahres gewählt.

Definition aus Duden.de:

Bedeutungsübersicht

Beharrlichkeit (bei einer Arbeit, Tätigkeit)

Beispiele
  • sie hat keine Ausdauer bei der Arbeit
  • nur mit großer Ausdauer wird er sein Ziel erreichen
  • das steigert die Ausdauer (Kondition 2b) um 15 %

Synonyme zu Ausdauer

Beharrlichkeit, Beharrungsvermögen, Beständigkeit, Durchhaltevermögen, Durchstehvermögen, Geduld, Hartnäckigkeit, Kondition, Unbeirrbarkeit, Unermüdlichkeit, Verbissenheit, Zähigkeit; (gehoben) Langmut; (bildungssprachlich) Perseveranz; (umgangssprachlich scherzhaft) Sitzfleisch; (veraltet) Assiduität, Persistenz; (Psychologie) Tenazität

Lebendig ist…

von Luigi Nono

 

Lebendig ist wer wach bleibt

sich den anderen schenkt

das Bessere hingibt

niemals rechnet.

 

Lebendig ist wer das Leben liebt

seine Begräbnisse seine Feste

wer Märchen und Mythen

auf den ödesten Bergen findet.

 

Lebendig ist wer das Licht erwartet

in den Tagen des schwarzen Sturms

wer die stilleren Lieder

ohne Geschrei und Schüsse wählt

sich zum Herbst hinwendet

und nicht aufhört zu lieben.

 

Lebendig sein

Von Falten und lebendigen Augen

Ich höre das Lied “Sul lungo mare del mondo” des italienischen Sängers Jovanotti und ich sitze im Zug. Richtung Stuttgart. Genüber mir zwei unbekannte, die auf einer Kunstaustellung in Karlsruhe waren. Sie, eine hübsche Frau, hat im Gesicht einige Falten, die zeigen, dass sie einen langen Weg durchgemacht hat, bevor sie in diesen Zug eingestiegen ist. Er hat lebendige Augen, die ab und zu sich vor Müdigkeit schließen. Der Zug bringt uns in meine zukünftigen Stadt.
Nach einer schwierigen Zeit, folgt eine Zeit der Veränderungen. Ich sehe wie die Sonne unter geht und fühle mich dabei, wie seit langer Zeit nicht mehr, ohne Gedanken. Es ist ein gutes Gefühl: loszufahren um dann anzukommen verlangt manchmal Mut. Wichtige Entscheidungen zu treffen ohne dass es schwer fällt verlangt Kraft und Energie, wenn du sie spührst kannst du nicht ruhig bleiben: du musst machen, dich bewegen und anfangen mit deinen eigenen Beinen zu laufen. In einen Zug einzusteigen, deinen Koffer zu verstauen, deine Nachbarn anzulächeln, weil du weisst, dass es nichts kostet nett zu sein und weil es dir bewusst ist, dass jede Person, die du triffst, ihre Geschichte hat. Du fragst dich dann wie du sein wirst wenn du Falten im Gesicht haben wirst und hoffst, dass du deine lebendigen Augen nicht verlieren wirst.