Eine wirksame Methode, wenn der Kopf von Gedanken überflutet ist, ist es, jemandem darüber zu erzählen. Das hilft, um die Gedanken zu sortieren.
Diese Praxis heißt auf Englisch „Talk it out“ und ermutigt dazu, sich seine Sorgen von der Seele zu reden, indem man sich mit jemandem austauscht. Allein der Akt, sich einer vertrauten Person zu öffnen und von dem zu erzählen, was einen beschäftigt, kann helfen, die Last zu teilen.
Wenn du Schwierigkeiten hast, deine Gefühle zu verarbeiten, versuche, sie mit einer dir nahestehenden Person zu teilen. Du wirst sehen: Indem du sie aussprichst, verlieren sie an Gewicht, und der Austausch mit dieser Person kann dich weiterbringen. Eine geteilte emotionale Last ist leichter.
Gefühle müssen nicht zwangsläufig ihrem Lauf in unserem Kopf folgen. Man kann sie wie den Lauf eines Flusses lenken. Wenn du sie teilst, werden sie leichter.
Dein innerer Dialog hat große Macht, denn er kann deine Stimmung beeinflussen.
Ich habe viele Jahre damit verbracht, scharfe Kritik mit mir selbst zu üben. Schon als kleines Kind habe ich immer viel von mir verlangt, und wenn ich mich nicht so verhalten habe, wie ich es mir gewünscht hätte, war ich sehr streng in meinem Urteil.
Mit der Zeit und dank der Hilfe eines weisen griechischen Herrn – der in Wahrheit ein kognitiver Verhaltenstherapeut war – habe ich gelernt, sanfter zu mir selbst zu sein.
Wenn man sich mit dem Thema Achtsamkeit beschäftigt, stößt man oft auf die Frage: „Würdest du das auch zu einem Freund sagen, der sich in der gleichen Situation befindet?“ Die meisten Male antwortete ich mit Nein. Ich habe mich gefragt, woher diese Unnachgiebigkeit mir selbst gegenüber kommt. Die Schlussfolgerung meiner Analyse ist einfach: Unsere Gesellschaft basiert auf Leistung. Wenn du nichts leistest, bist du nichts – und das ergibt überhaupt keinen Sinn, wie ich mit der Zeit gelernt habe.
Ein guter Selbstdialog muss man Tag für Tag üben. Jeder von uns sollte sich bewusst machen, dass wir immer unser Bestes geben – mit den Mitteln und der Energie, die uns zur Verfügung stehen. Manchmal müssen wir uns erlauben, weniger zu tun, ohne ein schlechtes Gewissen zu haben.
Ich habe kürzlich gelesen, dass wir am Ende unseres Lebens nur zwei Menschen glücklich machen müssen: das Kind, das wir mit acht Jahren waren, und den alten Menschen, der wir mit achtzig sein werden. Dem Kind müssen wir zeigen, dass wir alles Mögliche getan haben, um seine Träume zu verwirklichen. Dem alten Menschen sollten wir schöne Erinnerungen schenken. Das ist alles.
Sei wie ein Fluss: Fließe, egal wie dein Weg aussieht.
Heute Morgen in der Schlange beim Bäcker war vor mir ein Papa mit einem Baby im Maxi-Cosi und einem vierjährigen Jungen. Schon beim Anstehen war ich erstaunt wie ruhig der Junge war: Er bewegte sich immer brav nach vorne, sobald sein Papa es auch tat. Als sie dran waren, merkte ich, dass der Junge zum Tresen ging, auf die Fußspitzen stieg und ein Euro auf den Tresen legte. Er sagte ganz stolz und konzentriert: “Ich hätte gerne eine Brezel!”. Als die Bäckerin Richtung der Brezeln ging, sagte sein Papa: “Und dann? Was musst du noch sagen?”. Der Junge überlegte keine Sekunde und fügte: “Danke!” hinzu. Nachdem die Bäckerin seinen Papa noch bedient hatte, sagte sie dem Jungen zum Verabschieden: “Das hast du richtig toll gemacht!”. Er ging aus der Bäckerei raus 2 cm größer.
Solche Szenen beobachte ich gerne und ich bin immer erstaunt, wenn Kinder unabhängig agieren. Man sieht ihnen die Konzentration und die Freude an, wenn sie das erreichen, was sie vor hatten.
Mittwoch – Ich bin in der Nähe vom Feuersee in Stuttgart-West und spaziere, als ich an einer Kreuzung einen Mülleimer sehe. Ein drauf geklebter Pfeil zeigt zum Loch. Unter diesem Pfeil lese ich “Mülle Grazie” und direkt fängt mein Gehirn an, sich aufzuregen.
Ich denke: “Äh?! Wie meinen sie das? Soll das ein Witz sein, weil wir Italiener immer tendieren, am Ende jedes deutschen Wortes einen ‘-e‘ einzufügen. Wie diese Bekannte von mir, die mal zu ihrem Freund auf Italienisch in Karlsruhe sagte: “Amo, sto a Marktplatze!” (Liebling, ich bin am Marktplatze!). Oder beziehen sie sich jetzt auf die unzähligen Müllskandalen in Italien? Soll ich mich jetzt wirklich aufregen?!”
Ein bisschen Zeit vergeht und, als ich fast meine innerliche Aufregung vergessen hatte, fing ich an, zu verstehen…
“Ah, echt jetzt?! Das war ein Wortspiel! Mülle Grazie = mille grazie. Die Stadt Stuttgart wollte sich damit bei den Bürgern bedanken, die sich Mühe geben und ihren Müll in den Mülleimern entsorgen. Oh Mann, können sich die Deutschen das endlich nicht mal abgewöhnen: Niemand sagt in Italien mille grazie! Man sagt: Grazie mille!!!
Der öffentliche Mülleimer mit der Schrift Mülle Grazie
Ein Status,
ein bewusster Atemzug,
ein sicherer Hafen, an dem
man immer zurückkehren möchte.
Zwei zusammengestellte Wörter:
gleich und Gewicht.
Die Kunst im Leben besteht darin,
die Balance zu finden,
sie vielleicht kurz zu verlieren
aber nach einiger Zeit
dann wieder zu finden
oder neu zu entdecken.
Das Gleichgewicht ist
für jeden von uns
ein unentbehrlicher Schatz.
Dominica – Eine große Frucht auf einem kleinen Busch: Sie fällt nicht runter.
Während meiner ersten Italienisch Unterricht mit Dominik haben wir uns ganz lange und ungeplant über reflexive Verben unterhalten. Er ist Informatiker und für ihn sind die Regeln und die Bezeichnungen der Grammatik etwas mysteriöses. Die reflexive Verben beschäftigten ihn also ganz lange und warfen Fragen auf, die ich versuchte zu beantworten. In der letzten Zeit gibt es drei reflexive Verben, die mich beschäftigen und zwar:
sich beschäftigen
sich motivieren
sich engagieren
Für mich sind diese Verben untereinander in meinen Gedanken thematisch verbunden und konsequent. Es gibt kein Engagement ohne einen Grund oder jemanden, der sich mit etwas befasst hat.
Aber wenn du dich auch fragst, was reflexive Verben sind, hier eine kurze Erklärung:
Reflexiv bedeutet rückbezüglich. Reflexive Verben verlangen ein zusätzliches Reflexivpronomen. Das Reflexivpronomen bezieht sich auf das Subjekt im Satz zurück. Im Deutschen werden reflexive Verben verwendet, wenn Subjekt und Objekt dieselbe Person sind (z.B. er rasiert sich).
Heute Abend bin ich nach der Arbeit aus dem Bus gestiegen und den kurzen Nachhauseweg gelaufen. Ich war voll in meinen Gedanken: Die Arbeit, die Suche nach der Motivation Sport zu machen und das etwas zu teure Angebot für unseren Ürlaub am Ende des Jahres. Vor der Haustüre wollte ich kurz noch einen Blick in den Briefkasten werfen und genau in diesem Moment ist was besonderes passiert.
Ich habe unseren Nachbar gesehen, der sich mit einer Person unterhalten hat, und neben ihm war ein Kind. Ich wollte den Nachbar bei seiner Unterhaltung nicht stören und ich hatte das Kind nicht wirklich wahrgenommen, beschäftigt wie ich war, meine Gedanken zu ordnen.
Laut sagte das Kind: “Hiiiiiiiiii!” und zurück war ich im hier und jetzt.
Manchmal machen wir und zu viele Gedanken über To dos uns Prioritäten, die wir uns selbst setzen, und wir vergissen die Wichtigkeit “Hallo” zu sagen und ein Lächeln einem Kind zu schenken.
Meine Nachbarin, eine Frau rund um die 60, hat neben ihrer Tür einen Kalender aufgehängt. Jeden Monat gibt es unter einem Bild einen Satz, der mich immer zum nachdenken bringt. Für März lautet der Satz wie folgt:
Glück: zu wissen, dass die meisten Zustände sich verändern und dass das Leben ein Fluss ist, in den wir nie zweimal treten. Ganz gleich wie alt wir sind – wir entstehen noch. In uns und vor uns gibt es noch etwas zu gestalten.
Ich finde es schön, dass sie den Kalender im Treppenhaus aufgehängt hat, weil solche Sätze und Sprüche mir eine neue Perspektive sowie viele positive Energien jeden Monat geben.
“Warum wählen die Italiener Berlusconi? Die Gewalt der Propaganda, die Machtlosigkeit der Bürger, die Wirtschaft und der Umgang mit der Macht basiert auf Rechtswidrigkeit und eine Katastrophe: das Erdbeben, das die Stadt von L’Aquila vernichtet hat, erklärt wie die junge italienische Demokratie bezwungen wurde“. Sabina Guzzanti
Draquila – Italien zittert (Originaltitel: Draquila – L’Italia che trema) ist ein Film ist zu sehen und braucht keinen Kommentar.