Freitag fühlte ich mich irgendwie unruhig. Es war mein freier Tag von der Arbeit. Normalerweise nutze ich die Zeit für Einkäufe und Haushalt. Nach dem Einkaufen habe ich das Bad geputzt und dann das Mittagessen vorbereitet. Beim Gemüse schneiden ist mir meine Unruhe bewusst geworden. Als ich mit Dominik darüber sprach, kamen wir zu dem Schluss, dass ich vielleicht eine Pause brauche. Nach dem Essen habe ich mich also auf das Sofa gelegt.
Wenn ich mir eine Pause gönne, habe ich oft ein schlechtes Gewissen. Ich weiß genau, woher das kommt und wie ich damit umgehen kann. Meine Strategie an diesem Freitag war zum Beispiel, mich auf den Atem zu konzentrieren, um meinen Geist zu beruhigen. Ich habe einen Timer auf vierzig Minuten gestellt und bin einfach nur daliegen geblieben – ohne Geräte, ohne Ablenkung. Nur ich und mein Atem. Auch wenn es mir schwerfiel, mir diese Pause zu gönnen, war dieser Moment für mich entscheidend. Er hat mich beruhigt.
Unser Alltag ist oft hektisch, daher ist es sehr wichtig, sich bewusst eine Pause zu nehmen. Sich Zeit zu nehmen, um runterzukommen – vom Kopf in den Körper zurückzufinden – kann unsere Stimmung verbessern.
Falls du gestresst bist und nicht weißt warum: Halte inne und atme.
Schon seit einiger Zeit denke ich über mein Verhältnis zum Smartphone nach. Falls du meinen Post von letzter Woche gelesen hast, ist dir das vielleicht aufgefallen. Mein Algorithmus weiß es wahrscheinlich auch – Instagram hat mir vor ein paar Tagen ein interessantes Video von einem meiner Lieblingsautoren zum Thema Technologie vorgeschlagen: Arthur C. Brooks. Hier der Link.
In letzter Zeit habe ich mich besonders darauf konzentriert, das Smartphone nicht zu benutzen, wenn ich unterwegs bin. Da ich weit weg von Familie und alten Freunden lebe, habe ich oft meine Freizeit an der frischen Luft genutzt, um Sprachnachrichten zu verschicken oder auf Textnachrichten zu antworten. Das hat einen besonders negativen Zug angenommen, als ich während der Elternzeit lange Spaziergänge mit dem Kinderwagen gemacht habe. Damals habe ich Podcasts oder Hörbücher mit dem Handy gehört, um mich zu unterhalten, während meine Tochter im Kinderwagen schlief. Dabei habe ich alles verpasst, was um mich herum geschah – ich war mit meinen Kopfhörern in meiner eigenen Blase. Ich gebe auch zu: Ich habe auch mehrere Blogposts geschrieben, während ich den Kinderwagen geschoben habe. Aber es war die einzige ruhige Zeit, die ich hatte.
Der Weckruf kam für mich, als ich in der Innenstadt von Weil der Stadt unterwegs war und auf zwei „Handyzombies“ traf: zwei etwa vierzehnjährige Freundinnen, die statt zu plaudern, einfach hintereinander herliefen und auf ihre Smartphone-Bildschirme starrten. Statt mit dem Finger auf sie zu zeigen, habe ich reflektiert – und gemerkt, dass ich nicht besser bin. Ich begann mich zu fragen, warum ich diese ständige Technologie-Nutzung brauchte, und kam zu dem Schluss, dass ich oft zum Smartphone griff, wenn ich nicht wusste, was ich mit meiner Zeit anfangen sollte. Also fing ich an, meine Zeit besser zu planen. Jetzt habe ich so viele To-dos, dass ich mein Handy irgendwo liegen lasse und nicht mehr daran denke.
Ich laufe, wenn ich laufe. Ich sehe mich dabei um und höre den Klängen der Natur zu. Wenn ich mit meiner Tochter unterwegs bin, die mittlerweile im Kinderwagen kaum noch schläft, ist das Smartphone für mich tabu. Ich habe die Freude am Offline-Leben wiederentdeckt – und ich glaube, das ist erst der Anfang.
Natürlich schicke ich weiterhin Sprachnachrichten, schreibe für diesen Blog und in sozialen Medien. Aber ich mache das bewusst: Ich nehme mir Zeit, um mich nur darauf zu konzentrieren. Ich stopfe damit keine Lücken.
Dieser Post soll dich daran erinnern, dass das Leben jenseits eines Bildschirms stattfindet – und es wäre wirklich Schade, es zu verpassen.
Ein Blick von einem Turm, auf den ich in Friedrichshafen bewusst gestiegen bin.
Ich höre gerade Elizabeth Gilberts neues Buch „All the way to the river“ und bin wirklich gefesselt. Die Geschichte ist herzzerreißend, echt und voller Leben. Die Autorin öffnet sich ihren Leser:innen gegenüber mit Mut und Authentizität. Sie behandelt das Thema Abhängigkeit – sei es in der Liebe oder von Suchtmitteln – direkt und ohne Vorurteile. Noch nie habe ich jemanden so offen darüber sprechen hören.
Ich teile Elizabeth Gilberts Überzeugung: Wenn dich etwas so sehr belastet, dass du deine innere Ruhe verlierst, ist das Beste, was du tun kannst, darüber zu sprechen. Sich mit einem Freund oder einer Freundin zu öffnen, kann dich retten. Deine Gedanken und Sorgen laut auszusprechen und sie mit einer vertrauten Person zu teilen, wird dir helfen, die Last zu erleichtern.
Behalte nicht alles für dich – sonst grübelst du nur. Erzähle von dem, was dich beschäftigt. Vielleicht findest du bei deinem Zuhörer nicht die Lösung, aber bestimmt jemanden, auf den du dich verlassen kannst, um gemeinsam den Weg bis zur nächsten Etappe zu gehen.
„Ich bin nicht besonders, ich mache mich besonders“ – dieser Satz einer spanischen Dame hat mich in einer sehr schwierigen Phase meines Lebens erreicht. Er ist mir im Gedächtnis geblieben.
Vielleicht lag es am mentalen Prozess, den ich während der Elternzeit durchlebt habe: Jetzt, dass ich wieder arbeite, spüre ich viel mehr Mut und Entschlossenheit als früher. Während meiner Elternzeit hatte ich viel Zeit, darüber nachzudenken, was ich als Erwachsene tun möchte. Da ich dieses Jahr vierzig werde, habe ich keine Ausreden mehr.
Schreiben ist das, was ich tun möchte.
Ich habe einen Blog über Achtsamkeit im Intranet meines Unternehmens gegründet. Diese Praxis hat mein Leben verändert, und eines meiner großen Ziele ist es, das, was ich gelernt habe, weiterzugeben.
Über Achtsamkeit zu schreiben ist für mich eine wichtige Aufgabe, auf die ich mich gut vorbereitet fühle. In den letzten elf Jahren habe ich mein Wissen über dieses Thema vertieft und möchte es meinen Kollegen zur Verfügung stellen. Der Blog heißt Your Mindful Moment at Work, und bisher erhalte ich sehr positive Rückmeldungen.
Ich glaube, dass bei jedem von uns dieser Moment kommt, in dem man Mut fasst, von der Bank aufsteht und aufs Spielfeld geht, um seine Stärken zu zeigen. Man sollte nie Angst haben, sich zu zeigen.
Heike hat mich im ersten Lebensjahr unserer Tochter begleitet. Sie ist zertifizierte PEKiP-Kursleiterin und bietet ein Programm an, das Eltern und ihre Babys im ersten Lebensjahr begleitet. Dieses Programm wurde in den 1970er-Jahren vom Pädagogen Jaroslav Koch in Prag entwickelt und ist in Deutschland sowie anderen europäischen Ländern verbreitet. In Italien, glaube ich, ist es noch nicht sehr bekannt.
Zusammen mit sieben anderen Müttern – manchmal auch Vätern – und unseren Babys hat sie einmal wöchentlich ein Treffen moderiert. Sie ließ unsere Kinder sensorische und motorische Aktivitäten ausprobieren, wie Spiele und Lieder, die die Entwicklung der Kinder fördern sollten. Ziel der PEKiP-Treffen war es, dass die Babys lernen, mit ihrem Körper, ihren Eltern und der Umgebung zu interagieren. Heike bot uns zudem einen Raum, um uns als Eltern über Themen wie Stillen, Schlaf, Beikosteinführung und Entwicklung auszutauschen.
Sie schuf eine herzliche Gruppenatmosphäre, in der sich alle Teilnehmer:innen mit ihren Babys sofort wohlfühlten. Einige der Lieder, die ich von ihr gelernt habe, verwende ich noch heute, um meine Tochter zu beruhigen oder zu beschäftigen – mittlerweile nimmt sie aktiv teil, indem sie mitsingt oder die passenden Gesten macht.
Was mir besonders geholfen hat, war, eine Person an meiner Seite zu haben, mit der ich mein erstes Jahr als Mutter teilen konnte. Außerdem tat es mir gut, einen festen wöchentlichen Termin zu haben, der mir Struktur gab. Von Anfang an habe ich gespürt, dass ich bei Heike ich selbst sein durfte – das ist eine ihrer schönsten Qualitäten. Ich bin dankbar, dass ich an ihrem Kurs teilnehmen durfte, und empfehle ihn gerne allen neuen Müttern in und um Weil der Stadt.
Von 2005 bis 2008 habe ich neben meinem Studium als Promoterin in Supermärkten gearbeitet, um meine Eltern nicht zusätzlich zu belasten, die mir bereits mein Studium finanzierten. Es war ein Wochenendjob, der sich gut mit meinem Vorlesungsplan vereinbaren ließ. Meine Schwester, die in einer Werbeagentur arbeitete und Marketingaktionen für Unternehmen koordinierte, hatte mir den Job vorgeschlagen.
Ich habe die Arbeit mit Würde und Freude erledigt, denn schon damals war ich überzeugt: Jede Tätigkeit, die man mit Leidenschaft ausübt, ist ein Grund zum Stolz. Am häufigsten war ich im Esselunga-Supermarkt in der Via Lorenteggio in Mailand im Einsatz – ich glaube, der gibt es heute noch.
Gestern Morgen war ich im E-Center in Weil der Stadt einkaufen, und eine ältere Dame bewarb dort Marmeladen. Sie hatte einen Stand mit Brotscheiben, auf denen verschiedene Marmeladensorten zum Probieren bereitlagen. Sie fragte mich, ob ich eine kosten wollte, und ich nahm ihr Angebot gerne an.
Diese Begegnung hat mich nicht nur an meine eigene Zeit als Promoterin erinnert, sondern auch zum Nachdenken angeregt – über einen Punkt, der oft übersehen wird, wenn über die wirtschaftliche Stärke Deutschlands gesprochen wird. Die Grundrente hier ist nämlich bei Weitem nicht mit der italienischen vergleichbar, sondern deutlich niedriger. Viele Senioren, die vielleicht ihr Leben lang keine hochqualifizierten Jobs hatten, müssen jeden Cent umdrehen. Oft sind sie gezwungen, trotz Rente weiterzuarbeiten. Doch das hat auch einen Vorteil: Durch die längere Berufstätigkeit bleiben ältere Menschen körperlich und geistig aktiv.
Daher gilt dieser Dame im Supermarkt mein ganzer Respekt und meine Sympathie.
Vor einigen Jahren gab mir eine Kollegin ein sehr interessantes Feedback. Sie sagte mir, dass ich dazu neige, mich immer den Vorlieben anderer anzupassen, ohne mir oft genug die Frage zu stellen: „Was brauche ich eigentlich?“
Ich erkannte sofort einen Funken Wahrheit in ihren Worten und begann, mein Verhalten zu beobachten. Tatsächlich war es so: Damals passte ich mich zu oft an, statt auf das zu achten, was ich selbst brauchte. Ich begann daran zu arbeiten und meine Bedürfnisse bewusst wahrzunehmen, indem ich versuchte, sie in den Vordergrund zu stellen.
Mit der Schwangerschaft und der Mutterschaft habe ich diese Fähigkeit noch weiter verfeinert. Mir wurde klar, dass ich, um gut zu funktionieren, auf meinen Körper hören muss und meine eigenen Bedürfnisse erfüllen sollte. Nur so kann ich der Elternteil sein, der – indem er sich selbst respektiert – im Familienleben ausgeglichen agieren kann.
Ich glaube, dass das Lernen, auf den eigenen Körper zu hören und entsprechend zu handeln, eines der Geheimnisse des Erwachsenenlebens ist – um es wie Gretchen Rubin zu sagen. Es ist entscheidend, sich daran zu erinnern, dass unsere erste Prioritàt und die einzige Person, über die wir Kontrolle haben, wir selbst sind.
Seit ich nach der Elternzeit wieder arbeite, fällt es mir schwer, meine Kräfte einzuteilen und ein neues Gleichgewicht zwischen den vielen Aufgaben zu finden. Mir ist auch aufgefallen, dass ich meine Prioritäten falsch gesetzt habe: Ich habe Aktivitäten vernachlässigt, die mich immer unterstützt haben – wie Sport und Meditation. Dadurch bin ich aus dem Gleichgewicht geraten. An manchen Tagen habe ich mich sogar so verhalten, dass ich mich selbst in meinen Handlungen oder Worten nicht wiedererkannt habe.
Ich habe schon immer eine gute Fähigkeit zur Selbstreflexion gehabt und habe schnell gemerkt, dass ich auf dem falschen Weg war. Ich hatte zwei Möglichkeiten: weitermachen wie bisher oder den Kurs korrigieren. Ich habe mich für die zweite Option entschieden.
Wenn wir merken, dass wir Verhaltensweisen entwickelt haben, die uns nicht glücklich machen, ist es nie zu spät, etwas daran zu ändern. Wichtig ist, es nicht zu vertagen, sondern sofort zu beginnen, so zu handeln, wie wir uns fühlen möchten – also so, wie es zu uns besser passt. Wir sollten nicht sagen: ‚Ab morgen ändere ich alles!‘, sondern heute damit anfangen – mit kleinen Schritten, die in die richtige Richtung gehen. Das wird uns besser fühlen lassen und es trainiert unser Gehirn darauf, das zu machen, was für uns richtig ist.
Es ist nie zu spät, den Kurs zu korrigieren, denn was uns heute ausmacht und in dem wir uns nicht wiedererkennen, können wir durch eine bessere Version von uns ersetzen. Wir müssen nur bereit sein, die nötige Arbeit zu machen – und keine Angst davor haben.
Ich schreibe nicht oft über meine Rolle als Mutter, aber es gibt eine Sache, die ich hier teilen möchte, weil sie den Beginn unseres Lebens als Eltern erleichtert hat.
In Deutschland besteht – sofern verfügbar – die Möglichkeit, im Krankenhaus ein Familienzimmer für die Zeit nach der Geburt zu beantragen. Für uns war das möglich und wir waren sehr dankbar dafür. Ich musste mich nicht alleine um die Neugeborene kümmern und ihr Papa konnte von Anfang an eine starke Bindung zu ihr aufbauen. Meiner Meinung nach haben wir so leichter unsere Dynamik als Familie gefunden.
Es gab auch lustige Momente: Als frischgebackene Mama wurde ich von der Krankenhausküche wie eine Königin behandelt, um meinen Körper beim Stillen zu unterstützen – während Dominik nur das vegetarische Menü bekam und neidisch auf meinen Muffin auf dem Tablett blickte.
Für mich war dieses Familienzimmer ein echter Game-Changer. Wir konnten uns organisieren und ausruhen, wie wir wollten, ohne die Bedürfnisse anderer beachten zu müssen.
Natürlich ist das nicht immer möglich und es kostet einen Aufpreis – aber meiner Meinung nach lohnt es sich.
Ich schreibe darüber, weil ich es wichtig finde, zu zeigen, was hier gut funktioniert, um Verbesserungen anderswo anzuregen.
Wenn es eine Sache gibt, die mich auszeichnet, dann ist es meine Neugierde.
Schon als Kind war ich immer sehr interessiert. Ich bemerke jede Veränderung. Ich glaube, es ist dieser Neugier zu verdanken, dass ich so bin, wie ich bin. Interesse an dem zu zeigen, was mich umgibt, und an dem, was das Leben der Menschen prägt, die meinen Weg kreuzen, ist eine Eigenschaft, auf die ich sehr stolz bin.
Doch diese Charaktereigenschaft wurde diese Woche Opfer eines epischen Aprilscherzes meiner Kollegen an meinem ersten Arbeitstag nach meiner Elternzeit. Sie ließen mich glauben, dass zwei Kollegen nicht nur in meiner Abwesenheit eine Beziehung begonnen hätten, sondern sogar vor ein paar Tagen geheiratet hätten. Er hatte ihren Nachnamen angenommen, sein Namensschild und sein Badge zeigten diese Namensänderung. Auf seinem Schreibtisch lag ein Foto ihrer Hochzeit – natürlich mit KI erstellt. Alles wirkte so echt, und ich habe an der Geschichte geglaubt, ahnungslos und naiv, dass mein erster Arbeitstag der 1. April war.
Es war aber alles sehr lustig, und ich habe gerne die Rolle des Clowns gespielt. Dieser Streich wird in die Geschichtsbücher eingehen.