Tonia Mastrobuoni beim Deutschlandfunk Kultur

Tonia Mastrobuoni ist Deutschlandkorrespondentin der italienischen Tageszeitung La Repubblica. Sie verfasst jeden Samstag einen Newsletter für Rep:, der Bertolt heißt und über die Ereignisse in Deutschland berichtet.

Ich mag ihren Schreibstil sehr sowie wie sie mit ihrer italienischen Sichtweise über das Leben in Deutschland berichtet. Heute hatte ich zum ersten Mal die Möglichkeit, sie auf Deutsch zu hören. Am Freitag 16.10.2020 war sie Gast beim Deutschlandfunk Kultur und sprach über die verschärften Coronaregeln.

Ich fand es sehr spannend sie auf Deutsch sprechen zu hören, vor allem weil sie gar keinen italienischen Akzent dabei hatte und ich bin generell von solchen Menschen immer sehr fasziniert. Zudem empfand ich, was sie berichtet hat, als sehr interessant auch im Bezug auf die neusten Maßnahmen, die man in Italien ergriffen hat, um die zweite Welle der Pandemie einzudämmen. Sie hat einige Hintergründe erklärt, die mir nicht so bewusst waren, wie z.B warum in Kampanien jetzt die Schulen erneut geschlossen wurden. Der Beitrag dauert zirka eine Stunde aber es lohnt sich meiner Meinung nach, ihn zu hören: Wie finden wir das richtige Maß?

Tonia Mastrobuoni, Quelle: bundesregierung.de

Vor acht Jahren

Vor acht Jahren wurde ich zum ersten Mal zu einem Vorstellungsgespräch für eine Stelle in Deutschland eingeladen. Zwei Tage später bekam ich eine positive Rückmeldung und verließ eine unbefristete Stelle in Mailand, um diese neue Herausforderung anzunehmen.
Es waren acht harte Jahre. Zwischen mir, meiner Familie und meiner Freunden lagen 600 km. Ich war plötzlich nicht mehr in dem alltäglichen Leben meiner Geliebten anwesend. Ich musste daher kreativ werden und neue Methoden nutzen, um den Kontakt zu halten. Gott sei Dank gab es schon Whatsapp und die Videocalls, danach kamen noch die Sprachnachrichten hinzu. Zudem wurde ich mit einer anderen Arbeitskultur konfrontiert und bin erwachsen geworden.
Es waren aber acht Jahre, in denen ich unter verschiedenen Aspekten aufblühte. Ich lebe in einer internationalen Beziehung und das kann echt lustig sein. Ich bin sehr interessanten Menschen begegenet, die mir ihre Freundschaft schenkten. Ich habe mein Deutsch verbessert und kann sogar Schwäbisch verstehen – übrigens danke Dominik und deiner Familie. Keine Sorge: wie bei Mailändisch und Neapolitanisch kann ich Schwäbisch nur verstehen aber nicht aktiv sprechen. Man ändert nicht seine eigene Natur, wenn man ins Ausland zieht.
Vor neun Jahre, als ich anfing mich nach Deutschland zu bewerben, folgte ich einem Traum. Heute erlebe ihn jeden Tag.
Ich musste auf etwas verzichten, das schon, aber das war es wert. Wenn man eine Vision hat, kann man sie verwirklichen, nur wenn man daran glaubt und aktiv wird. Wenn ich gefragt werde, warum ich nach Deutschland bin, sage ich immer: “Ich wollte nicht 40 werden und mich fragen, wie es gewesen wäre, wenn…”
Meine Message mit diesem Post ist: Versuche es immer. Nicht zu sehr über eine Idee nachdenken. Ansonsten läufst du Gefahr es zu bereuen, nicht die Chance ergriffen zu haben, deine jetzige Situation zu ändern und stolz drauf zu sein, weil du den Schritt gewagt hast.

Acht Jahre in acht Fotos

Zurück im hier und jetzt

Heute Abend bin ich nach der Arbeit aus dem Bus gestiegen und den kurzen Nachhauseweg gelaufen. Ich war voll in meinen Gedanken: Die Arbeit, die Suche nach der Motivation Sport zu machen und das etwas zu teure Angebot für unseren Ürlaub am Ende des Jahres. Vor der Haustüre wollte ich kurz noch einen Blick in den Briefkasten werfen und genau in diesem Moment ist was besonderes passiert.

Ich habe unseren Nachbar gesehen, der sich mit einer Person unterhalten hat, und neben ihm war ein Kind. Ich wollte den Nachbar bei seiner Unterhaltung nicht stören und ich hatte das Kind nicht wirklich wahrgenommen, beschäftigt wie ich war, meine Gedanken zu ordnen.

Laut sagte das Kind: “Hiiiiiiiiii!” und zurück war ich im hier und jetzt. 

Manchmal machen wir und zu viele Gedanken über To dos uns Prioritäten, die wir uns selbst setzen, und wir vergissen die Wichtigkeit “Hallo” zu sagen und ein Lächeln einem Kind zu schenken.

Aus dem Kalender meiner Nachbarin

Meine Nachbarin, eine Frau rund um die 60, hat neben ihrer Tür einen Kalender aufgehängt. Jeden Monat gibt es unter einem Bild einen Satz, der mich immer zum nachdenken bringt. Für März lautet der Satz wie folgt:

Glück: zu wissen, dass die meisten Zustände sich verändern und dass das Leben ein Fluss ist, in den wir nie zweimal treten. Ganz gleich wie alt wir sind – wir entstehen noch. In uns und vor uns gibt es noch etwas zu gestalten.

Ich finde es schön, dass sie den Kalender im Treppenhaus aufgehängt hat, weil solche Sätze und Sprüche mir eine neue Perspektive sowie viele positive Energien jeden Monat geben.

Ausdauer: mein Wort für 2016

Ich habe am Silvester aus einem Beutel voll von Wörtern das Wort Ausdauer zufällig als Wort des Jahres gewählt.

Definition aus Duden.de:

Bedeutungsübersicht

Beharrlichkeit (bei einer Arbeit, Tätigkeit)

Beispiele
  • sie hat keine Ausdauer bei der Arbeit
  • nur mit großer Ausdauer wird er sein Ziel erreichen
  • das steigert die Ausdauer (Kondition 2b) um 15 %

Synonyme zu Ausdauer

Beharrlichkeit, Beharrungsvermögen, Beständigkeit, Durchhaltevermögen, Durchstehvermögen, Geduld, Hartnäckigkeit, Kondition, Unbeirrbarkeit, Unermüdlichkeit, Verbissenheit, Zähigkeit; (gehoben) Langmut; (bildungssprachlich) Perseveranz; (umgangssprachlich scherzhaft) Sitzfleisch; (veraltet) Assiduität, Persistenz; (Psychologie) Tenazität

Der Wert eines Versprechens

Heute Morgen bin ich in die Stadt nach Stuttgart zu Fuß gegangen. Von wo ich wohne braucht man nicht so lange, nur 20 Minuten. Nachdem ich eingekauft habe, war ich wieder auf dem Weg nach Hause. Mit vier anderen Leuten stand ich an der Kreuzung am Berliner Platz: ein Mann, der so etwa um die 50 war, ein zirka 60-jähriges Paar und eine Frau, die ungefähr 70 Jahre alt war. Die Fußgängerampel war rot, weil keine Autos von Rechts gekommen sind, haben der Mann und das Paar die Straße überquert.  Da mir schon gesagt wurde, dass ich deutscher als die Deutschen bin und ich es nicht eilig hatte, stand ich dort und wartete bis die Ampel grün geworden ist. Neben mir war diese kleine Frau, mit Brille und weißem Bubikopf. Als die Ampel grün wurde, sagte sie zu mir: “Jetzt dürfen wir gehen”. Ich stimmte zu. Auf dem Gehweg fährt die Frau fort: “Es ist nicht gut, die Straße bei rot als Fußgänger zu überqueren”. Ich sagte: “Ja, vor allem wenn Kinder da sind, man ist sonst ein schlechtes Vorbild für sie”. “Nicht nur – erzählte sie mir weiter – auch für sich selbst, stellen Sie sich vor, dass Sie stolpern und ihr Knöchel bricht. Sie bleiben da mitten auf der Straße liegen und die Autos kommen. Die Autofahrer dann sind die doofen aber sie können nichts dafür. Mein Mann, der schon lange gestorben ist, hat mir ein Mal gesagt: ‘Versprich mir, dass du nie bei rot die Straße überqueren wirst, da es gefährlich ist’. Ich habe bist jetzt mein Wort immer gehalten”.
Diese Frau hat meinen Tag verbessert indem sie mir gezeigt hat, dass ein vernünftiges Versprechen gegenüber der Person die man liebt, auch wenn diese Person nicht mehr da ist, immer gehalten werden sollte.

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#It’sAGirlThing

Es gibt eine Milliarde Mädchen auf dieser Welt und sie verändern Dinge. Auch wenn sie teilweise große Hürden überbrücken müssen.

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Wildwasser im Gespräch

Iris Tischler, Dipl. Psychologin, und Ruth Schäfer, Dipl. Sozialpädagogin, von der Beratungstelle Wildwasser & FrauenNotruf Karlsruhe waren am 30. Juni 2014 zu Gast bei Im Gespräch auf Baden TV.

Die Beratungsangebote von Wildwasser richten sich an von sexueller Gewalt betroffene Mädchen und Frauen, Eltern, Familienangehörige, Partner und Partnerinnen und andere Vertrauenspersonen aus der Stadt und dem Landkreis Karlsruhe.

Das Interview ist auch auf der Webseite von Baden TV verfügbar: Im Gespräch – Wildwasser – Beratung sexuell missbrauchter Frauen vom 30. Juni 2014.

nph: eine grosse Hilfe für die lateinamerikanischen Frauen

Der Morgen ist Frisch. In ihrer kalten Hütte zieht eine Bäuerin ihre bunte Tracht an, das einzige Kleidungstuck, das sie besitzt. Es liegt ein langer Fußmarsch vor ihr. Sie befestigt auf dem Rücken einen schweren Sack. In ihm sind Früchte. Ihr Ziel ist der Wochenmarkt in der nächsten Stadt. Dort will sie das wenige, was sie ernten konnte, den Marktbesuchern anbieten. Sie hofft auf ein wenig Geld, um für ihre Kinder Milch zu kaufen.

Die Bäuerin gehört zur indigenen Bevölkerung Lateinamerikas. Damit vereint sie vier Merkmale, die sie zu einer Verliererin der Gesellschaft werden lassen: sie ist eine Frau, lebt auf dem Land, hat keine Ausbildung und ist eine Indigene. So hat sie kaum eine Chance, aus der Armut rauszukommen. Und ihre Kinder, insbesondere die Töchter, werden sehr wahrscheinlich das gleiche Schicksal erleiden wie sie.

Leider hat sich das Leben der Mädchen aus sozial schwachen Schichten in Lateinamerika immer noch nicht verbessert und ein Großteil ist indigener Abstimmung. Viele müssen die Schule vorzeitig verlassen, um Geld für die Familie zu verdienen. Ohne Ausbildung bleiben für sie aber nur schlecht bezahlte Jobs und sie werden oft früh schwanger. Da die Väter meist nicht genug Geld haben um die Familie zu ernähren, lassen sie die Mutter und Kind im Stich. Es liegt also in der Verantwortung der Frauen, das Einkommen der Familie zu bestreiten und sich gleichzeitig um die Erziehung zu kümmern. Die Chance, dem Teufelskreis der Armut zu entkommen, ist aber für diese junge Mutter gering.

Zusätzlich werden Mädchen und Frauen in Lateinamerika oft Opfer von Gewalt und Missbrauch. Die Folge dieser Angriffe sind oft ungewollte Schwangerschaften, die die Mädchen und Frauen vor große Probleme stellen.

Um alleinerziehende Müttern zu helfen, hat nph honduras die Kindergesstätte ‘Pasos Pequiñitos’ (kleine Schritte) gegründet. Hier werden Frauen geholfen, die Arbeit haben oder eine Ausbildung machen, aber nicht wissen, wer sich während ihrer Abwesenheit um die Kinder kümmern soll.

Dem Gründervater von nph, Padre Wasson, war klar, dass der Kreislauf von not, Armut und mandgelder Bildung unterbrochen werden muss. Bei den Kindern damit anzufangen, war die logische Schlussfolgerung. Es bedeutete ihm viel dass die Mädchen in den Kinderdörfern die gleiche Ausbildung erhalten wie die Jungen. Und nicht nur die gute Schulbildung soll ihren Lebensweg verändern. In den Werkstätten erlernen die Mädchen handwerkliche Fertigkeiten, die es ihnen anschließend ermöglichen, ihren Lebensunterhalt selbst zu verdienen. nph folgt immer noch die Philosophie von Padre Wassons. Sie wollen, dass aus den Mädchen starke junge Frauen werden.

Quelle nph Webseite