Drei reflexive Verben, viele Gedanken

Während meiner ersten Italienisch Unterricht mit Dominik haben wir uns ganz lange und ungeplant über reflexive Verben unterhalten. Er ist Informatiker und für ihn sind die Regeln und die Bezeichnungen der Grammatik etwas mysteriöses. Die reflexive Verben beschäftigten ihn also ganz lange und warfen Fragen auf, die ich versuchte zu beantworten. In der letzten Zeit gibt es drei reflexive Verben, die mich beschäftigen und zwar:

  • sich beschäftigen
  • sich motivieren
  • sich engagieren

Für mich sind diese Verben untereinander in meinen Gedanken thematisch verbunden und konsequent. Es gibt kein Engagement ohne einen Grund oder jemanden, der sich mit etwas befasst hat.

Aber wenn du dich auch fragst, was reflexive Verben sind, hier eine kurze Erklärung:

Reflexiv bedeutet rückbezüglich. Reflexive Verben verlangen ein zusätzliches Reflexivpronomen. Das Reflexivpronomen bezieht sich auf das Subjekt im Satz zurück. Im Deutschen werden reflexive Verben verwendet, wenn Subjekt und Objekt dieselbe Person sind (z.B. er rasiert sich).

🙂

 

Annunci

Sansibar: Eine Reise durch die Enttäuschung

Als Mädchen hatte ich immer vor, als aller erster Kontinent nach Europa, Afrika zu sehen. Mein Leben führte mich aber zu erst nach Südamerika, um genauer zu sein, nach Kolumbien.

Als Dominik, mein Freund, und ich letztes Jahr eine Reise nach Sansibar und Tansania mit weiteren 3 Freunden planten, war ich sehr begeistert, da ich endlich als zweites Kontinent Afrika sehen durfte. Und das mit Dominik, Katha, Peter und Janina; das war doch  ein tolles Vorhaben

In der 5-er Gruppen trafen wir uns mehrmals und besprachen begeistert die Reise. Danach buchten wir die Flügen und ich kümmerte mich im Team-Work um die Reservierung unserer Übernachtungen. So alles lief nach Plan und endlich kam der Tag des Hinflugs, welcher der 17. Dezember 2017 war.

Unsere Route war die folgende: Zuerst zu viert auf Sansibar (Nungwi und Zanzibar City) und danach ab dem 01.01. auf Safari in Tansania alle fünf durch zwei Naturparks. Danach sah der Plan vor, dass Katha und Janina in Tansania blieben und ich am 04. Januar nach Deutschland mit Peter und Domme zurückflog.

Der erste Eindruck am Flughafen war für mich unbeschreiblich gut. Die erste Bleibe traumhaft, das Meer und das Wasser in Nungwi sind wunderbar. Nur je mehr die Tagen vergingen, desto mehr fühlte ich mich unruhig. Ich dachte, dass Sansibar gar nicht nachhaltig war, dass wir weiße laufende Geldscheine waren und mehr nichts . Niemand war interessiert uns, kennenzulernen aber jeder wollte uns etwas verkaufen. Zudem schien sich niemand um den Müll zu kümmern, vor allem um den Plastikmüll. Tansania und die Safari retteten aber meinen enttäuschten Eindruck von Afrika, also flog ich zurück einer Erfahrung reicher.

Ich war aber immer noch enttäuscht aber warum?

Heute nach 7 Monaten begreife ich den Grund: Sansibar war nicht das Afrika, das ich mich vorgestellt hatte. Ich gehe doch immer zu den Afrika-Festivals in Würzburg und in Stuttgart und da atmet man “eine andere und magische Luft”. Da gibt es sogar T-Shirts mit der Schrift “Zanzibar – Magic Island”. Heute denke ich tatsächlich auch, dass Zansibar magisch ist aber aus einem unkonvenzionellen Grund.

Meiner Meinung nach ist die Einstellung, die in Sansibar zu spüren ist, nur ein Teil der afrikanischen Grundeinstellung. Dieses Gefühl, das ich gespürt habe, ist nichts anderes als eine Enttäuschung: soweit so gut. Heute fühle ich mich aber befreit von dieser Täuschung, weil ich mein Leben dank dieser Reise viel nachhaltiger führe.

Ich spare Wasser während ich dusche, ich versuche nicht alles was mir gefällt zu kaufen und ich schreiebe über meine Eindrücke hier, egal ob mir jemand liest oder nicht. Ich schreibe als allererstes für mich und das ist gut genug, ich denke und spreche in meinem Umfeld und mit meinen Mitmenschen, für die ich mich immer aufrichtig interessiere. Ich stehe hinter meiner kleinen Familie und das für mich und für mein Wohlgefühl. Ich arbeite und engagiere mich in meiner Gemeinde. So machen alle Menschen auf der Welt und so machen es auch die Afrikaner, erst an die eigene Gesundheit denken und dann an die anderen.

Man will als Europäer Afrika helfen, und auf Sansibar macht man das mit Geldscheinen und das dient seinen Zweck: man fühlt sich dabei gut sowohl im Geben als auch im Nehmen.

Ich fühle mich aber wöhler, wenn ich mich austauschen kann und Leute kennenlernen darf. Deswegen bin ich  jetzt “Afrika getauft” aber ich richte meine Reiseziele woanders. Mittel- und Südamerika sind meine Ziele, um dann vielleicht wieder auf Festland in Afrika zu gehen, wo es möglich ist, sich auszutauschen und gegenseitig zu helfen. In der Zwischenzeit spende ich an Hilfsorganisationen wie CBM, die Projekte für die Entwicklung in Afrika in die Wege leiten, da ich schließlich immer so gerne nach Afrika wollte.

Questo slideshow richiede JavaScript.

Feinstaub in Stuttgart: Die S-Bahn ist keine Alternative

Am 28.01. wurde mal wieder nach Feinstaubalarm in Stuttgart geschrien.

Nach einem Tag beweist sich aber die VVS als keine Alternative für den Straßenverkehr.

Eine Gesellschaft, die mal wieder Ihren Passagieren keinerlei Informationen, weder in der App noch durch Ihrem Personal, anbieten kann. Für 2 Stunden war die VVS nicht in der Lage, eine alternative Fahrtmöglichkeit zwischen Stuttgart und Flughafen anzubieten. Das Chaos wurde von einem Notarzt-Einsatz im Schwabtunnel verursacht.

Nur die Monitore lieferten, wenn überhaupt, (unvollständige) Informationen den verzweifelten Passagieren. Keine Lautsprecher-Ansage war weder in der Schwabstraße noch am Hauptbahnhof zu hören. Menschenmassen bildeten sich am Hauptbahnhof, ohne dass jemand sich verantwortlich fühlte.

Wenn man einen Zug erwischte, stand man wie eine Sardelle eine Weile im Zug, ohne zu wissen ob und wann er fahren würde.

Es tut mir Leid, das zu schreiben aber der Weg, sich als mögliche Auto-Alternative zu positionieren, ist für die VVS noch sehr lang. Das bestätige ich als täglicher VVS-Fahrgast und das ist in einer von den Grünen regierten Stadt echt traurig.

Dankbarkeit

Katha hat mir das Buch Die Begegnung von Andy Andrews ausgeliehen. Ich bin ganz am Anfang und schon in dem ersten Kapitel habe ich einen Absatz gelesen, der mich zum nachdenken gebracht hat:

Das, worauf man sich im Leben konzentriert, nimmt zu. […] Wenn man sich auf die Dinge konzentriert, die man meint zu brauchen, […] dann wird das Bedürfnis danach wachsen. […] Wenn man sich auf seine Verluste konzentriert, dann wird man wahrscheinlich noch mehr verlieren. Eine dankbare Lebenshaltung dagegen führt zu Zufriedenheit und Überfluss im Leben.

Seit Anfang dieses Jahres habe ich mein Fokus auf Dankbarkeit gesetzt. Das hat mich in verschiedenen Hinsichten weitergebracht. Ich denke, dass sich mein Erscheinungsbild anderen gegenüber durch diese. positiven Gedanken verändert hat. Ich bin mehr aufmerksam geworden und fühle mich dankbar für die kleinen Dingen die meinen Alltag gestalten. Ich denke wirklich, dass es immer einen Grund gibt, dankbar zu sein. Wenn man sich auf Dankbarkeit konzentriert, werden die kleinen Monster, die Angst und Sorgen in uns verbreiten, eine andere und nicht so erschreckende Form annehmen.

Aber ich habe gar keine Zeit und ich weiss nicht wie ich anfangen soll, und wenn es mich nicht weiterbringt?“, das denkst du vielleicht gerade. Ich habe es so angefangen: Ich habe mir ein schönes, grünes Heft (grün ist in Italien die Farbe der Hoffnung) gekauft und  jeden Tag 5 Dinge aufgeschrieben, für die ich dankar war. Ich habe sofort gemerkt, wie einfach und schnell es für mich war: Ich hatte so viele Sachen zu schreiben, dass ich oft ein ganzes Blatt benutzt habe. Ich bin mir sicher bei dir wird es nicht anders sein. Probiere es aus und lass es mich wissen!

Spiele, lächle, denke an mich

von Henry Scott Holland

Tod bedeutet gar nichts. Ich bin nur nach nebenan verschwunden. Ich bin ich und du bist du. Was immer wir füreinander waren, das sind wir noch. Nenne mich bei dem alten vertrauten Namen. Sprich von mir, wie du es immer getan hast. Ändere nicht deinen Tonfall. Zwinge dich nicht zu aufgesetzter Feierlichkeit oder Traurigkeit. Lache weiterhin über die kleinen Scherze, an denen wir gemeisam Spaß hatten. Spiele, lächle, denke an mich, bete für mich. Lass meinen Namen weiterhin so geläufig sein, wie er immer war. Sprich ihn unbekümmert aus, ohne die Spur eines Schattens. Das Leben bedeutet all das, was es bisher bedeutete. Es ist genauso wie immer. Es geht uneingeschränkt und ununterbrochen weiter. Ist der Tod nicht nur ein unbedeutender Zwischenfall? Warum sollte ich vergessen sein, nur weil du mich nicht mehr siehst? Ich warte einstweilen auf dich, ganz in der Nähe, nur um die Ecke. Alles ist gut.

gioca_ridi_pensami

Der Wert eines Versprechens

Heute Morgen bin ich in die Stadt nach Stuttgart zu Fuß gegangen. Von wo ich wohne braucht man nicht so lange, nur 20 Minuten. Nachdem ich eingekauft habe, war ich wieder auf dem Weg nach Hause. Mit vier anderen Leuten stand ich an der Kreuzung am Berliner Platz: ein Mann, der so etwa um die 50 war, ein zirka 60-jähriges Paar und eine Frau, die ungefähr 70 Jahre alt war. Die Fußgängerampel war rot, weil keine Autos von Rechts gekommen sind, haben der Mann und das Paar die Straße überquert.  Da mir schon gesagt wurde, dass ich deutscher als die Deutschen bin und ich es nicht eilig hatte, stand ich dort und wartete bis die Ampel grün geworden ist. Neben mir war diese kleine Frau, mit Brille und weißem Bubikopf. Als die Ampel grün wurde, sagte sie zu mir: “Jetzt dürfen wir gehen”. Ich stimmte zu. Auf dem Gehweg fährt die Frau fort: “Es ist nicht gut, die Straße bei rot als Fußgänger zu überqueren”. Ich sagte: “Ja, vor allem wenn Kinder da sind, man ist sonst ein schlechtes Vorbild für sie”. “Nicht nur – erzählte sie mir weiter – auch für sich selbst, stellen Sie sich vor, dass Sie stolpern und ihr Knöchel bricht. Sie bleiben da mitten auf der Straße liegen und die Autos kommen. Die Autofahrer dann sind die doofen aber sie können nichts dafür. Mein Mann, der schon lange gestorben ist, hat mir ein Mal gesagt: ‘Versprich mir, dass du nie bei rot die Straße überqueren wirst, da es gefährlich ist’. Ich habe bist jetzt mein Wort immer gehalten”.
Diese Frau hat meinen Tag verbessert indem sie mir gezeigt hat, dass ein vernünftiges Versprechen gegenüber der Person die man liebt, auch wenn diese Person nicht mehr da ist, immer gehalten werden sollte.

IMG_0988

Der Ebola-Virus ist auch eine kulturelle Drohung für die afrikanischen Familien

Der Ebola-Viruserkrankung, die sich durchgreifend in den letzten Monaten in Westafrika ausgebreitet hat, hat noch eine verwüstende Wirkung auf die Kinder und ihr Leben. Die Kinder riskieren nicht nur sich zu erkranken sondern auch, fall sie ihre Eltern verlieren, passiert es, dass sie sie oft keine Familienangehörige finden, die bereit sind, sich darum zu kümmern. Es scheint also, dass die typische afrikanische Patchwork-Familie Kultur, auch von diesem Virus beschädigt wird.

“Die Kinder gehen nicht seit Monaten in die Schule – erklärt Tiziana Fattori, Direktorin von Plan Italien – da die öffentlichen Schulen geschlossen wurden und man kann in den Ländern nicht pendeln. Die Kindern leiden unter dem Schock und dem Trauma ihrer Eltern verloren zu haben und brauchen dringend Unterstützung”.

Plan activities against Ebola outbreak
Wo ist Plan International gegen Ebola aktiv und wie?

Regierungsquellen zufolge, wäre die Anzahl der Waisen  wegen Ebola-Virus in Liberia 300 und in Sierra Leone 309. Aktuell hat sich der Virus in den folgenden sechs Länder verbreitet: Guinea, Sierra Leone, Liberia, Nigeria, Senegal und Demokratische Republik Kongo. Die Daten der Weltgesundheitsorganisation (WHO) vom 14. September berichten von 5.357 Fälle und 2.630 Tode.

“Es gab 17 Tode in einer Woche in Liberia und 4 von unseren Kinder, die durch einer Patenschaft unterstützt werden, haben ihre Eltern in einem kleinen Dorf in der Nähe von Popalahun in der County von Lofa verloren – erzählt der Land-Direktor von Plan Liberia, Koala Oumarou –. Immer mehr Kinder werden von ihren Eltern getrennt, weil sie sterben oder weil die Kinder zu Verwandten geschickt werden, welche weit weg und in nicht getroffenen Gebieten wohnen. Man hat Angst, dass die Kinder sich auch erkranken. Gleichzeit aber möchte man sich nicht um die Kinder von anderen kümmern: die Kultur der Stieffamilie ist am Verschwinden. Die Familienangehörigen möchten sich nicht um die Waisen, welche die Eltern unter Ebola-Virus gelitten haben und deswegen gestorben sind, kümmern. Man fürchtet sich selber zu erkranken oder von der Gesellschaft angeprangert und isoliert zu werden. Die Kinder werden somit alleine gelassen ohne Essen und Pflege”.

Die Waisen, die ihre Eltern und Verwandten sterben gesehen haben, sind in einem kontinuierlichen Schock-Status. Sie sehen hilflose Menschen auf den Straßen und andere Menschen mit Masken und Uniformen, die ihnen unbekannt sind, welche Desinfektionsmittel in den Nachbarhäusern spritzen. “Die Waisen werden in keine Erholungstätigkeit miteinbezogen, die ihnen helfen könnte, ihre Ängste zu beruhigen und Trost zu finden – behauptet die Expertin von Plan International in Kinderschutz Anita Queirazza -. Zudem haben die Kinder in den Krankenhäuser keine psychologische Hilfe und werden allein gelassen genau in dem Moment, in dem sie mehr Hilfe bräucthen”.

Plan priorisiert deswegen alle Aktionen für die Kinder in den Länder, die vom Ebola-Virus betroffen sind und in denen die Organisation aktiv ist. In Sierra Leone ist Plan seit 1976 aktiv, in Liberia seit 1982 und in Guinea seit 1989. Diese Aktionen sind vor allem auf die Kinderprävention, Behandlung der Fällen, psychologische Ersthilfe und Rettungsmethoden bezogen.

Waisen geholfen vom Plan Liberia Staff - Quelle Plan Italia
Waisen geholfen vom Plan Liberia Staff – Quelle Plan Italia

Plan hat auch eine Kooperation mit International Medical Corps abgeschlossen, welches ein Leader in Notfall-Behandlung und Weltgesundheit ist. Diese Partnerschaft hat das Ziel eine weitere Ansteckung vorzubeugen und die Anzahl der Tode zu senken. Beide Organisationen möchten Gesundheits- und Notfallexperte vor Ort auszubilden, um die Ausbreitung der Viruserkrankung in Westafrika genauer zu kontrollieren und besser darauf zu regieren.

Diese Interventionsplan sieht einen schrittweisen Ansatz vor. International Medical Corps wird sich in der ersten Linie auf die Behandlung der Fälle fokussieren. Plan wird dagegen sich auf die Gemeiden konzentrieren, um sie aufmerksam auf die Gesundheitsrisiko und -normen zu machen. Weitere Tätigkeiten werden im Laufen der Zeit und bei Notwendigkeit entwickelt.

Plan und International Medical Corps werden eng zusammen mit den lokalen Gesundheitsminisiterien, die Gemeinde, die Instituten für das Kontrolle und Vorbeugen der Krankheiten, die Weltgesundheitsorganisation und weitere humanitären und internationalen Gesundheitsorganisationen.