Perfekt unperfekt

Mein Leben war in letzter Zeit außergewöhnlich kompliziert. Ich kann stolz darauf sein, wie ich es gemeistert habe, auch wenn ich jetzt eine gewisse emotionale Dysregulation bemerke, die sich vor allem in meinem Verhältnis zum Essen äußert.

Jetzt, dass ich wieder aufatmen kann, erlaube ich mir, Dinge zu essen, von denen ich weiß, dass sie mir nicht guttun. Vielleicht ist es der nachgelassene Druck oder die Tatsache, dass ich so lange durchgehalten habe – jedenfalls sind meine Essensentscheidungen in letzter Zeit nicht die besten.

Noch vor einiger Zeit hätte ich mich selbst scharf kritisiert, mir symbolisch die Ohren lang gezogen und noch mehr emotionale Last getragen. Heute nicht.

Ich habe beschlossen, mir zu erlauben, Fehler zu machen, und mich mit Mitgefühl zu behandeln, denn ich weiß, dass ich in der Lage sein werde, den Kurs zu korrigieren, sobald ich mich bereit fühle. Ich bin nicht stolz darauf, Quatsch zu essen. Ich erkenne das falsche Verhalten, aber ich erhebe nicht den Anspruch, perfekt zu sein. Im Gegenteil: Ich akzeptiere, perfekt unperfekt zu sein.

Ich habe gelernt, nicht sofort zu reagieren, sondern der Ursache meines falschen Verhaltens nachzugehen, es zu akzeptieren und mir zu erlauben. All das in dem Bewusstsein, dass ich es korrigieren werde, wenn ich so weit bin.

Sich mit Mitgefühl zu begegnen ist nicht leicht, aber es ist sicherlich produktiver, als sich selbst Vorwürfe zu machen und darunter zu leiden.

Sobald ich wieder bereit bin, werde ich aufblühen.

Perfettamente imperfetta

La mia vita nell’ultimo periodo è stata intensamente complicata. Posso essere orgogliosa di come l’ho gestita anche se, adesso che il ritmo è rallentato, noto una certa disregolazione emotiva che principalmente si riversa nel mio rapporto con il cibo.

Ora che posso respirare mi concedo di mangiare cose che so non farmi bene. Sarà la pressione che si è allentata e forse l’aver tenuto duro per molto tempo, ma le mie scelte alimentari ultimamente non sono delle migliori.

Tempo fa mi sarei rivolta parole dí disapprovazione, mi sarei tirata da sola le orecchie e avrei aggiunto ancora di più un peso emotivo. Oggi no.

Ho deciso di permettermi di sbagliare e di trattarmi con compassione perché so che sarò capace di correggere il tiro non appena mi sentirò pronta. Non vado fiera nell’indulgere a pasticciare con il cibo, riconosco il comportamento sbagliato ma non pretendo di essere perfetta. Anzi accetto di essere perfettamente imperfetta.

Ho imparato a non prendere subito in mano il bastone ma a indagare il motivo del mio comportamento sbagliato, ad accettarlo e a permetterlo. Il tutto con la consapevolezza che, quando sarò pronta, lo correggerò.

Non è facile trattarsi con compassione ma è sicuramente più produttivo che rimproverarsi e viverla male.

Quando sarò pronta rifiorirò

Stelle dich deinen Ängsten

Viele Jahre lang hatte ich Angst vor dem Autofahren. Mit 18 habe ich meinen Führerschein gemacht, aber das Fahren war nicht etwas, das ich danach gleich praktiziert habe. Meine Mutter traute sich nicht, mir das Auto zu überlassen, und ich habe nie darauf bestanden, um keine Diskussionen zu führen.

Als ich während meines ersten Studienjahres als Au-pair-Mädchen arbeitete, war ich überrascht, wie sehr die Mutter der Kinder, auf die ich aufpasste, meinen Fahrfähigkeiten vertraute. Sie ließ mich nicht nur sofort fahren, sondern vertraute mir auch ihre kleinste Tochter im Auto an. Nach dieser Erfahrung habe ich das Fahren allerdings nicht weiter geübt.

Als ich nach Deutschland zog, bewegte ich mich meist mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder mit dem Fahrrad. Das Carsharing nutzte ich nur selten.

Irgendwann wurde mir aber klar, wie viel Unabhängigkeit das Autofahren verleiht, und nachdem ich weit von meinem Arbeitsplatz umgezogen war, kaufte ich ein Auto und begann regelmäßig zu fahren – und stellte mich damit meiner großen Angst.

Allerdings bewegte ich mich dabei immer in einer Art Komfortzone: Ich fuhr stets mit dem beruhigenden Wissen, dass Dominik in der Nähe war und ich ihn im Notfall kontaktieren konnte.

Diese Woche aber war er nicht da, und ich musste trotzdem fahren, um einkaufen zu gehen. Der Gedanke, allein zu sein, hat mich ziemlich nervös gemacht. Aber die Tatsache, dass ich nicht zu Fuß einkaufen gehen konnte, trieb mich in die Enge. Ich war gezwungen, mich auch dieser Angst zu stellen.

Als ich am Dienstag im Auto saß, spürte ich eine gewisse Unruhe. Aber ich machte ein paar tiefe Atemzüge und drehte den Schlüssel. Ich sagte mir, dass ich vorsichtig und ruhig fahren würde und dass nichts passieren würde – und so war es auch.

Ängste sind dafür da, dass wir uns ihnen stellen. Wenn wir uns dieser Auseinandersetzung entziehen, werden wir uns in unserer Haut nicht wohlfühlen. Sobald wir uns unserer Furcht gestellt haben, werden wir uns stark fühlen, fast wie Superhelden. Wir werden eine ansteckende Energie haben. Es wird nicht immer leicht sein, aber es ist sicherlich besser, mutig zu sein und an die eigenen Fähigkeiten zu glauben, als sich zu verstecken.

Ich am Dienstag nachdem ich in der Garage eingeparkt hatte

Affronta le tue paure

Per tanti anni ho avuto paura di guidare. Presi la patente a 18 anni ma la guida non fu qualcosa che coltivai subito dopo. Mia mamma non si fidava a lasciarmi la macchina e io non ho mai insistito per non alimentare discussioni.

Quando feci la ragazza alla pari, durante il primo anno di università, mi sorpresi di quanto la mamma delle bambine che curavo si fidasse delle mie abilità di guida. Non solo mi fece subito guidare ma mi affidò anche la sua bimba più piccola in macchina. Tornata da quell’esperienza però non continuai la pratica.

Quando mi trasferii in Germania mi mossi sempre per lo più con i mezzi pubblici o in bicicletta. Raramente usai il car sharing.

A un certo punto però mi resi conto di quanta indipendenza infonde la guida e, una volta trasferitami lontano dal mio posto di lavoro, comprai un’auto e iniziai a guidare con regolarità, affrontando la mia grande paura.

Mi mossi però sempre in una sorta di comfort zone: guidavo sempre con la consapevolezza di avere vicino Dominik che potevo contattare in caso di necessità.

Questa settimana però lui non c’era e io avevo comunque bisogno di guidare per andare a fare la spesa. Il pensiero di essere da sola nel caso in cui succedesse qualcosa mi agitava e non poco. Il fatto che non potessi andare a piedi a fare acquisti mi mise però con le spalle al muro. Ero obbligata ad affrontare anche questa paura.

Quando martedì mi sono messa al volante sentivo una certa agitazione, ho fatto però dei respiri profondi e ho girato la chiave. Mi sono detta che avrei guidato con prudenza e tranquillità e che non sarebbe successo nulla e così è stato.

Le paure ci sono per essere affrontate, se ci sottraiamo dall’affrontarle non vivremo bene nei nostri panni. Una volta confrontati con il nostro timore ci ritroveremo a sentirci forti, quasi come dei supereroi. Avremo una carica contagiosa. Non sarà sempre facile ma è sicuramente meglio essere coraggiosi e credere nelle proprie possibilità che nascondersi.

Io martedì dopo aver parcheggiato nel garage

Disziplin

Manchmal versucht unser Verstand, uns davon zu überzeugen, etwas nicht zu tun, das wir eigentlich tun sollten. Er findet Ausreden und Gründe, diese Handlung nicht auszuführen. Genau in solchen Momenten kommt uns eine Eigenschaft zu Hilfe, die wir im Laufe unseres Lebens pflegen müssen: die Disziplin.

Warum müssen wir sie pflegen? Ganz einfach: weil sie uns hilft, unser Leben leichter zu erleben. Wenn wir diszipliniert sind, überlegen wir nicht zweimal, sondern wir handeln. Wir erledigen, was zu tun ist, und machen mit unserem Tag weiter.

Die Disziplin schenkt uns außerdem ein gutes Gefühl: Wir halten uns selbst gegenüber unsere Versprechungen.

Nichts ist befriedigender, als eine Aufgabe unter schwierigen Bedingungen abzuschließen, denn wir sind uns der Mühe bewusst, die wir dabei hatten.

Manchmal brauchen wir nur eines: die Augen schließen und weitermachen, indem wir uns auf unser System verlassen.

Ich ging ins Fitnessstudio, auch wenn draußen regnete.

Disciplina

A volte la mente cerca di convincerci a non fare qualcosa che dovremmo invece fare. Trova scuse e motivi per non compiere quell’azione. È in questi momenti che una caratteristica che abbiamo il dovere di coltivare durante il corso della nostra vita ci viene in aiuto: la disciplina.

Perché la dobbiamo coltivare?! Semplice: perché ci aiuterà a vivere la nostra esperienza di vita in modo più leggero. Quando siamo disciplinati, non ci pensiamo due volte ma agiamo. Completiamo ciò che dobbiamo e continuiamo nella nostra giornata.

La disciplina inoltre ci regala una buona sensazione: quella di mantenere la parola a noi data.

Non c‘è nulla di più appagante che l’aver completato un’attività in condizioni difficili perché siamo consapevoli della fatica fatta.

A volte tutto ciò che ci serve è chiudere gli occhi e andare avanti affidandoci al nostro sistema.

Io dopo essere andata in palestra anche se fuori pioveva.

Alle Facetten der Erholung

Es gibt verschiedene Arten, sich zu erholen. Wenn unser Körper uns signalisiert, dass wir einen Gang zurückschalten müssen, bedeutet das nicht unbedingt, dass wir uns hinlegen und versuchen sollten zu schlafen.

Man kann sich auch erholen, indem man etwas Aktives tut. Ein Spaziergang an der frischen Luft, ein Telefonat oder ein Treffen mit einer Freundin, Sport treiben oder in ein Buch eintauchen: All das sind Aktivitäten, die es uns ermöglichen, uns zu regenerieren.

Sie vermitteln uns ein positiveres Gefühl als die klassische Erholung mit geschlossenen Augen. Der Grund dafür ist, dass wir unsere Stimmung verbessern können, wenn wir unsere Zeit aktiv nutzen. Beim Schlafen dagegen schalten wir uns ab, und wenn wir die Augen wieder öffnen, sind die negativen Gefühle wieder da und warten auf uns.

Wenn du dich energielos fühlst, frag dich, was du am meisten brauchst, und handle entsprechend. Manchmal ist genau das, was wir zu vermeiden versuchen, was wir am dringendsten brauchen.

Spazieren hilft beim Regenerieren

Tutte le sfaccettature del riposo

Ci sono diversi modi di riposarsi. Quando il nostro corpo ci segnala di mettere una marcia più bassa, non significa per forza che dobbiamo distenderci e cercare di dormire.

Si può riposarsi, ovvero ricaricare le energie, anche facendo qualcosa di attivo. Una passeggiata all’aria aperta, una telefonata o un incontro con un amica, praticare dello sport oppure immergersi nella lettura: tutte queste sono attività che ci permettono di rigenerarci.

Ci infondono una sensazione più positiva rispetto al classico riposo chiudendo gli occhi. Il motivo è che, impiegando il nostro tempo in maniera attiva, possiamo migliorare il nostro umore. Dormendo, invece, ci spegniamo e, quando riapriamo gli occhi, le sensazioni negative sono di nuovo lì pronte ad aspettarci.

Quando ti senti giù di energia domandati cosa pensi di aver più bisogno e agisci di conseguenza. A volte ciò che cerchiamo di evitare è proprio quello di cui abbiamo più bisogno.

Camminare ci permette di rigenerare

Dieselbe Übung jeden Tag

Seit nun zwei Monaten übe ich jeden Tag denselben Yoga-Flow. Er heißt Energized, dauert zwanzig Minuten und hilft mir, meine Energie gut zu kanalisieren. Unter der Woche praktiziere ich nach der Arbeit und bevor ich meine Tochter aus der Kita abhole. Am Wochenende mache ich es morgens mit ihr, gleich nach dem Aufstehen. Meine Tochter kann es kaum erwarten, bis ich die Matte ausrolle, um mich beim Bewegen zu beobachten, und ermutigt mich, anzufangen, indem sie ruft: „Yoga, Yoga!“

Was habe ich aus dieser scheinbar repetitiven Praxis gelernt?

  • Jeder Tag ist anders – genau wie meine Konzentration. Manchmal beschäftigen mich Gedanken, doch wenn ich mich auf die Bewegung und den Atem konzentriere, hilft mir das, um mich zu zentrieren.
  • Die tägliche Wiederholung derselben Abfolge ist für mich zu einem Ritual geworden, das mir hilft, gut zu funktionieren. Erst wenn ich sie abgeschlossen habe, fühle ich mich präsenter in meinem Tag.
  • Obwohl ich die Sequenz in- und auswendig kenne, entdecke ich jeden Tag ein neues Detail. Es gibt immer eine Kleinigkeit, die mich während des Trainings überrascht.
  • Diese zwanzig Minuten sind für mich wie ein Atemzug frischer Luft geworden: ein Moment nur für mich, in dem ich etwas tue, das mir guttut und mir Gelassenheit schenkt.
  • Sobald ich die Abfolge beendet habe, fühle ich mich immer besser – und manchmal ist genau das der Grund, warum ich überhaupt anfange.

Man kann immer Ausreden finden, um sich nicht zu bewegen – besonders als Mutter, wenn der Tag von den vielen Aufgaben für die Familie geprägt ist. Doch ich glaube, dass es hilft, sich regelmäßig Zeit für Sport zu nehmen, um besser zu funktionieren. Man stellt sich selbst an die erste Stelle, denn nur wenn es uns gut geht, können wir auch wirklich für andere da sein.

La stessa pratica ogni giorno

Da ormai due mesi, ogni giorno pratico lo stesso flow di yoga. Si intitola Energized, dura venti minuti e mi permette di incanalare bene le mie energie. Durante la settimana, pratico dopo il lavoro e prima di andare a recuperare mia figlia all’asilo nido. Nel weekend, lo faccio la mattina, appena alzata, con mia figlia che non vede l’ora che srotoli il tappetino per osservarmi muovere e che mi incita a cominciare, dicendomi: „Yoga, yoga!“.

Cosa ho imparato da questa pratica apparentemente ripetitiva?

  • Ogni giorno è differente così come lo è la mia concentrazione. A volte i pensieri offuscano la mia mente ma concentrarmi sul movimento e sul respiro mi aiuta a mantenermi centrata.
  • Ripetere lo stesso flow tutti i giorni è diventato per me un rituale che mi permette di funzionare bene. Solo quando lo completo mi sento più presente nella mia giornata.
  • Anche se conosco la sequenza a memoria, scopro ogni giorno un dettaglio in più. C‘è sempre un piccolo particolare che mi sorprende durante l’esercizio fisico.
  • Prendermi quei venti minuti è per me diventato come una boccata d’aria fresca: è un momento per me nel quale compio qualcosa che mi fa stare bene e mi infonde tranquillità.
  • Una volta completato il flow, mi sento sempre meglio e questo è a volte per me il motivo per cominciare.

Si possono sempre trovare molte scuse per non muoversi, soprattutto da mamma, quando il tempo è ben scandito dalle tante cose da fare per la famiglia. Io credo però che prendersi del tempo per fare sport con regolarità aiuti a funzionare meglio. Ci si mette in cima alla propria lista, perché solo se funzioniamo possiamo veramente essere d’aiuto a qualcun altro.