Walaa Hussein: die Grenzgängerin

Am Samstag 13 Juli 2013 hat Dietrich Alexander einen interessanten Artikel über Walaa Hussein in der Zeitung Die Welt geschrieben. Ich zitiere hier manche besonders interessante Passagen dieses Artikels.

Israelin, Palästinenserin, Fußballspielerin in der israelischen Liga und in der palästinensischen Nationalmannschaft – wie kann man all das gleichzeitig sein? “Ich will dir mal was sagen: Ich bin Araberin, Palästinenserin und Israelin, aber zuallererst bin ich ein Mensch”, sagt Walaa Hussein und gibt eine ebenso trotzige wie verblüffend simple Antwort, die auch ihr Lebensmotto sein könnte. Denn die 24-Jährige ist wahrhaftig eine Grenzgängerin, eine selbstbewusste, starke Frau, die ihren Weg geht zwischen Checkpoints, Trennmauern, familiärer Tradition und Moderne in der konfliktreichsten Region der Welt.

Die Geschichte von Walaa ist ungewöhnlich, weil Walaa selbst ungewöhnlich ist. Geboren und aufgewachsen in der Nähe der israelischen Küstenstadt Akko, lässt sie sich in kein Schema pressen, unterwirft sich weder dem traditionsorientierten, streng konservativen Zweig ihrer Familie, der sie in Mädchenkleider stecken und verheiraten will, noch den Schikanen, denen sie an Grenzposten und auf Ämtern ausgesetzt ist. “Walaa ist ein Instinktmensch, sie verharmlost den Nahost-Konflikt, um atmen und leben zu können”, sagt Noemi Schneider, die ein Buch über die tapfere junge Frau geschrieben hat (‘Kick it, Walaa! Das Mädchen, das über Grenzen geht’).

Walaa ist eine 48er-Palästinenserin, sie stammt also von jenen Arabern ab, die nach der Gründung Israels 1949 im jüdischen Staat blieben. Damals waren das 100.000, heute zählt die Gemeinschaft israelischer Araber 1,5 Millionen Menschen. Damit ist jeder fünfte Israeli arabisch-palästinensischer Abstammung. So wie Walaa, die heute Tore für den israelischen Erstliga-Klub Ramat Hascharon schießt – und für die palästinensische Nationalmannschaft. Muss sie sich nicht irgendwann für eine Seite entscheiden? “Nein, nein”, beteuert sie im Gespräch mit der “Welt”. “Als ich geboren wurde, hatte ich ja auch keine Wahl.” In Israel sei sie Israelin, in Palästina Palästinenserin. “Ich fühle es”, sagt sie. Aber die anderen fühlen es nicht, jedenfalls nicht immer. In beiden Welten, hier und dort, bleibt Walaa eine Exotin. Sie ist in beiden zu Hause – und eben auch nicht.

Walaa ist so, wie sie ist, weil ihr Vater Rassan, ein Fußball begeisterter Zimmermann, seiner Tochter gegen alle Widerstände – sogar von der eigenen Frau – immer jeden Wunsch erfüllt hat. Die Großfamilie lebt in dem Dorf Schaab, nahe Akko in Nordisrael. Die Regeln des Koran werden eingehalten, aber nicht puristisch. Walaa wächst heran, wünschte sich aber keine Puppen, sondern im zarten Alter von vier Jahren Fußbälle und Fußballschuhe. Ihr eineinhalb Jahre älterer Bruder Murad mag das nicht. “Du bist ein Mädchen, Mädchen spielen nicht Fußball”, sagt er. Auch Mutter Chadija ist verzweifelt über die aus der Art geschlagene Tochter. Nur Vater Rassan versteht sie und lässt sie trainieren, spielen, laufen. Selten trifft man sie ohne Ball am Fuß an.

Israelische Auswahltrainer werden auf die kräftige Stürmerin aufmerksam, palästinensische auch. Mit 14 Jahren schießt sie in ihrem ersten Spiel ihre Mannschaft Sakhnin mit zwei Toren zum Sieg über Hadera. Das überzeugt auch Murad, der ihr nach dem Abpfiff anerkennend auf die Schulter klopft und sagt: “Spiel! Du bist gut. Mach weiter!” Es wird das einzige Fußballspiel seiner Schwester bleiben, das er sich ansieht. Murad, israelischer Meister im Bodybuilding, wählt für sich einen konservativ-religiösen Lebensstil. Eine Fußball spielende, selbstbewusste Schwester passt da nicht ins Bild.

Der israelische Talentscout Roni Schneider lädt Walaa schließlich zum Probetraining für die Nationalmannschaft ein. Da ist Walaa gerade 15 Jahre alt. Mit 16 gehört sie zum U-19-Kader und spielt international. Sie will sich nicht instrumentalisieren lassen, sie besteht auf ihrer Unabhängigkeit als Mensch. Wenn sie in der palästinensischen Nationalmannschaft spielt, legt sie ihre Hand bei der Hymne auf ihr Herz. Hat sich Walaa am Ende doch entschieden? Nein. In der nächsten Saison spielt sie wieder für ihren israelischen Verein Ramat Hascharon. “Ich hasse es, wenn jemand wissen will, was ich mache, wohin ich gehe, mit wem, warum”, sagt Walaa. “Das ist mein Leben!”

Im Herbst wird sie ihr Physiotherapie- Studium abgeschlossen haben. Im Dorf wird erwartet, dass sie dann heiraten wird. Aber sie müsste dann das Fußballspielen wohl aufgeben, weil sie noch keinen zweiten Rassan gefunden hat. Walaa meistert Grenzen, Widersprüche, Rollenmodelle. Aber der schwierigsten Frage ihres Lebens geht sie aus dem Weg, weil sie am Ende vielleicht doch nicht stark genug ist, um den tradierten gesellschaftlichen Normen und Erwartungshaltungen zu widerstehen. Ihre trotzig-ängstliche Antwort lautet: “Ich will nicht älter werden!”

Walaa Hussein, Foto aus der Zeitung Die Welt
Walaa Hussein, Foto aus der Zeitung Die Welt

Die Bildung kann das Leben in Afrika ändern: Geschichte einer Frau

Die italienische Sängerin Mina singt in ihrem neuen Lied Itaca “Hast du eine Minute? Und wenn du sie hast, würde ich gerne, dass sie für immer dauern wird”. Dieses Lied wurde zum ersten Mal während der Sendung ‘Prima le ragazze’ von Plan Italia am 5. Juni auf dem italienischen Fernsehkanal La7 präsentiert.

Die Signora der italienischen Musik wollte auf dieser Weise ihre Nähe zu Plan Italia Projekten zeigen. Diese Organisation fördert Kampagnen, die die Rechte der Mädchen unterstützen, die keine Möglichkeiten zu lernen haben. In der Tat, wenn man daran denkt, eine aufmerksame Minute für das Leben der Mädchen kann für immer dauern.

So war es für Fatma Ndaw: sie wurde in dem Hinterland von Dakar, in Senegal, geboren und als sie sechs war hat sie beide Eltern verloren aber sie hat keine Minute aufgehört zu lernen, sogar nicht als sie mit 15 einen Onkel heiraten musste und sofort schwanger wurde.

Fatma hat nicht die Hoffnung verloren. Ihr war es bewusst, dass jede Minute zählt. Sie hat also ihren Mann, der weitere Kinder wollte, verlassen und mit der Hilfe einer Tante hat sie es geschafft, an der Universität von Dakar Fremdsprachen zu studieren. Fatma hat danach als Lehrerin gearbeitet und hat eine Wohnung für sich und ihre Tante gekauft. Aber das ist noch nicht alles! Sie arbeitet zusammen mitl Plan Senegal an das Projekt ‘1000 Girls‘, um anderen Mädchen weiterzugeben, was sie gelernt hat und das ist, dass die Bildung das Mittel ist, mit dem man sein eigenes Leben verändern kann.

66 Millionen Mädchen in der Welt gehen nicht zur Schule und jedes dritte von ihnen darf nicht zur Schule gehen, genau weil sie ein Mädchen sind.

Insbesondere erleben die Frauen in den Ländern von Mittel-West Afrika eine starke Ungleichheit gegenüber den Männern. Das bringt zu einem Mangel an Bildung für die Mädchen. Tatsächlich haben diese Länder das niedrigste Bildungsniveau der Welt.

Laut offiziellen Daten gehen 14 Millionen Kinder nicht in die Schule in den 11 Ländern von Mittel-West Afrika. 8 Millionen von ihnen sind Mädchen. Auf dem Land verdoppelt sich die Anzahl der Kinder ohne Bildung im Vergleich zu der Stadt. Zusätzlich immer mehr Mädchen aufhören in die Schule zu gehen, weil sie früh heiraten müssen, belastet werden und vergewaltigt werden. Es gibt auch wenige Infrastrukturen die den Geschlechtsunterschied fördern, wie zum Beispiel getrennte Toiletten.

Die Arbeit von Plan für die Bildung der Mädchen in Mittel-West Afrika bezieht sich auf drei Elementen: ein gleicher Zugang zur Bildung, eine qualitative Bildung und die Einbindung der Bildungsinstitutionen. Zusätzlich arbeitet Plan mit der lokalen und nationalen Regierungen, um sie für die Rechten der Kinder und insbesondere der Mädchen zu sensibilisieren.

Es ist möglich, eine Minute ins immer in dem Leben der Mädchen umzuändern: das ist was uns die Geschichte von Fatma Ndaw beibringt.

Für Informationen über wie kann man Pate eines Mädchens werden, kann man in Deutschland die Telefonnummer 0049 – (0)40 – 611 400 anrufen oder eine E-Mail an info@plan-deutschland.de schicken. Die Webseite von Plan findet man unter: www.plan-deutschland.de.

Fatma Ndaw
Fatma Ndaw

Stiftung Marisa Bellisario: ausgezeichnete Frauen!

“Für eine Frau Karriere zu machen ist anstrengender aber macht mehr Spaß“.

Vor 25 Jahren hat Marisa Bellisario uns bewiesen, dass jede Frau, wenn sie zielstrebig, mutig und bereit ihre Ambitionen zu folgen ist, kann alles in ihrem privaten Leben und bei der Arbeit erreichen. Frau Bellisario, die in 1988 gestorben ist, wurde von der Weltpresse als strenge aber korrekte Managerin bezeichnet und ihre professionelle Entwicklung bei Olivetti ist, ohne Zweifeln, sehr beeindruckend. Ihre ist die erste internationale Karriere in dem Bereich der Informatik in Italien. Sie selbst schrieb, dass “sie 20 Jahre vor den Wirtschaftswissenschaftlern und Experten erfahren habe, dass eine Firma international ausgestattet sein muss”.

Seit 1989 verleiht die Stiftung, die ihren Name trägt, einen Preis an weiblichen Vorzüglichkeiten, die sich bei der Arbeit, in dem Management, in der Wirtschaft und in der Gesellschaft in Italien aber auch international ausgezeichnet haben. ‘Donne ad alta quota’ ist ein Preis, der gedacht wurde um die Mühe der Frauen bei der Arbeit zu erkennen und dieses Jahr hat diese Veranstaltung am 20 Juni stattgefunden.

Die Stiftung Maria Bellisario, deren Präsident Lella Golfo ist, engagiert sich für die Recherchen und die Projekte, die weibliche Arbeitsumfeld, Unternehmertum und Management in den neuen Technologien befördern. Die Stiftung wertete die Frauen auf, die in dem öffentlichen und privaten Bereich tätig sind und fördert eine Gleichheitskultur in einer offenen Weise. Ihr Hauptziel ist, die Politiker, die Institutionen, die Unternehmen und die Arbeitswelt auf Idee und innovative Projekte für die professionelle Entwicklung der Frauen in Italien und international hinzuweisen.

Entscheidungen, Leistungsfähigkeit und Kenntnisse in einem internationalen Umfeld haben Marisa Bellisario eine weitsichtige und mutige Frau gemacht. Die Stiftung Bellisario fährt ihr Engagement fort, das ein Symbol für die Gleichheit zwischen Frau und Mann dargestellt hat.