Die acht Tage, die mein Leben veränderten

„Welche Antwort möchten Sie bekommen?“
„Eine positive!“, antwortete ich spontan.
„Das kriegen Sie“, sagte der Mann, der später mein Chef bei 1&1 werden sollte.
Mein Herz klopfte: Ich konnte es kaum glauben.

Dieses Gespräch gab meinem Leben eine Wendung. Innerhalb von acht Tagen suchte ich ein Zimmer zum Wohnen, organisierte meinen Umzug und alle notwendigen Unterlagen, um in Deutschland zu arbeiten. In denselben acht Tagen lernte meine Mutter, einen Computer einzuschalten und sich bei Skype anzumelden, um mit mir in Kontakt bleiben zu können.

Diese Woche erzählte ich diese Geschichte einer Dame, die Italienisch lernt und sich auch im Eine-Welt-Laden in Weil der Stadt engagiert.

Beim Sprechen wurde mir bewusst, wie mutig dieser Sprung ins Ungewisse war. Damals hatte ich jedoch keine Zeit, darüber nachzudenken. Ich war damit beschäftigt, dem Fluss meines Lebens zu folgen, ohne mir zu viele Fragen zu stellen.
Mein Motto war: „Ich will nicht mit 40 dastehen und mich fragen, wie es gewesen wäre, wenn ich es versucht hätte.“ Und in diesem Jahr werde ich 40! Heute bin ich sehr stolz auf den Schritt, den ich gewagt habe. Seit 2012 habe ich viel erlebt und mein Weg war nicht immer einfach. Doch diese Entscheidung hat mich zu der Person gemacht, die ich immer sein wollte.
Die Dame, der ich meine Geschichte erzählte, sagte, sie sei beeindruckt von meiner Willenskraft. Das hat mich sehr gefreut.

Es erfordert Mut, die vertraute Umgebung und Familie und Freunde zu verlassen – und noch mehr Mut ist notwendig, um an der Entscheidung festzuhalten, wenn das Leben schwierig wird. Doch das ist der einzige Weg, um sich zu entfalten.

Ich in einer Brauerei in Karlsruhe während der Europameisterschaft in 2012

Gli otto giorni che mi hanno cambiato la vita

“Che risposta vuole sentire?”

“Una positiva!”, mi uscì di getto.

“Effettivamente la sta ricevendo”, mi disse quello che sarebbe poi diventato il mio capo da 1&1.

Il mio cuore si allargò, stentavo a crederci.

Questa conversazione diede una svolta alla mia vita. In otto giorni cercai una stanza in cui alloggiare, organizzai il mio trasferimento e tutti i documenti necessari per lavorare in Germania. In quegli stessi otto giorni mia madre imparò ad accendere un computer e a collegarsi su Skype in modo da poter rimanere in contatto con me anche a distanza.

Questa settimana mi sono ritrovata a raccontare il mio trasferimento in Germania a una signora che sta imparando l’italiano e che ho conosciuto facendo volontariato al negozio equo e solidale di Weil der Stadt.

Parlando mi sono accorta di quanto quel salto nel buio sia stato molto coraggioso. Allora però non avevo il tempo di preoccuparmene. Ero impegnata a seguire la corrente della mia vita senza pormi troppe domande.

Il mio motto era: “Non voglio arrivare a 40 anni e chiedermi come sarebbe stato se ci avessi provato”. Ecco, io quest’anno io compio 40 anni e sono molto orgoliosa del salto che ho fatto. Dal 2012 a oggi ne ho fatta di strada e il mio percorso non è stato sempre semplice. Quella decisione mi ha portata a diventare la persona che sapevo di poter essere.

La signora a cui ho raccontato la mia storia mi ha detto di essere impressionata dalla mia forza. Questo mi ha fatto un grande piacere.

Ci vuole coraggio nel lasciare l’ambiente in cui si è cresciuti e gli affetti più cari e ancora più coraggio è necessario nel mantenere la propria decisione quando il gioco si fa duro. Questa è però l’unica via possibile per realizzarsi.

Io in una birreria di Karlsruhe durante gli Europei di calcio del 2012.

Tue das für dich

Im Frühjahr 2011 träumte ich, nach Deutschland zu ziehen. Ich erzählte davon einem unbekannten Polizisten, den ich auf einer Webseite zum Sprachtandem kennengelernt hatte. Ich übte mit ihm Italienisch und er mit mir Deutsch. Ich hatte aber zu dem Zeitpunkt viele Themen offen: Meinem Papa wurde 2010 Prostatakrebs festgestellt und im Januar 2011 ist mein Neffe Paolo auf die Welt gekommen, der mir so viel Freude schenkte. Ich war mir über den Zeitpunkt unsicher und hatte etwas Respekt davor, in einem anderen Land von Null anzufangen. Deswegen träumte ich nur davon.

Es ist aber erstaunlich, wie sehr ein Satz von diesem unbekannten Mann mich traf: “Wenn du den Wunsch hast, nach Deutschland zu ziehen, solltest du diesen Schritt wagen. Mach das für dich und für niemanden sonst. Du schuldest es dir”. Das brach mich wirklich zum Nachdenken und er hatte Recht.

Heute, wenn ich meine Geschichte jemandem erzähle, den ich nicht so gut kenne, sage ich: “Ich wollte nicht 40 werden und mich fragen, wie wäre es gewesen, wenn ich nach Deutschland gezogen wäre” – und das stimmt wirklich.

Ich begann im Sommer 2011 ‘just for fun’ mich in Deutschland zu bewerben und erhielt in Februar 2012 einen 1-jährigen Vertrag beim Webhosting-Anbieter 1&1 in Karlsruhe. Das änderte mein Leben.

Es war nicht einfach und manchmal habe ich an meiner Entscheidung gezweifelt aber das ist Teil des Spiels und das ist mein Spiel.

Ich bin stolz auf mich, weil ich diesen Schritt gewagt habe, weil ich durchgehalten habe und zu meiner Entscheidung gestanden bin. Ich habe zum ersten Mal den Mut gezeigt meinem Traum nachzugehen und heute, 11 Jahre später, kann ich behaupten, ich hätte nicht besser entscheiden können.

Sich etwas zu gönnen, den Instinkt zu folgen, das lohnt sich immer. Wir haben nur ein Leben, keine Zeit es zu verschwenden und nicht daran zu glauben, dass wir unser Leben in die Richtung lenken können, die uns am Besten gefällt. Es zu probieren, immer: Das ist unsere Aufgabe und die Kunst des Lebens.

Mein Zug nach Karlsruhe zum Vorstellungsgespräch