Momo: die Wichtigkeit der Zeit

2012 und 2013 wurde in dem Badischen Staatstheater von Karlsruhe das Ballett Momo aufgeführt. Das vom Michael Endes Roman inspirierte Ballett handelt von dem Umgang mit der Zeit.

Die Zeit ist eine Thematik, die immer wieder in der Welt-Literatur vorkommt: Autoren wie Shakespeare, Thomas Mann und Samuel Beckett haben sich mit dem Thema beschäftigt. „Was ist die Zeit?“ und „Was hat sie mit unseren Leben zu tun?: Michael Ende stellt sich diese Fragen in seinem Roman, der in 1973 veröffentlicht wurde.

Das Ballett in Karlsruhe lohnt sich gesehen zu werden. Die Choreographie von Tim Plegge sieht in der originalen Version die talentierte und expressive Blythe Newmann, die Momo darstellt, Flavio Salamanca als Beppo und den vielseitigen Zhi Le Xu als Gigi vor.

Die Philosophie von Momo kann mit dem Konzept zusammengefasst werden, dass man die eigene Zeit leben soll, indem man die einzigen Momente genießt und ihren Wert schätzt. Auf dieser Weise denken aber die sogenannten ‚grauen Herren‘ nicht: sie sind die dunklen Agenten, deren Ziel ist, dass die Leute Zeit sparen. Sie glauben, dass das Leben Synonym von Effizienz sein sollte und dass die Spontanität nur für Kinder vorgesehen ist. In der Tat ziehen die grauen Herren die Zeit der Leute ab und überreden sie, dass sie diese Zeit später wieder haben können. Wann das geschehen sollte, ist aber nicht klar. Hauptsache ist, dass die Leute alles schnell und wie eine Maschine machen: sie sollen fleißig arbeiten, ohne die eigenen Träumen zu verfolgen und auch ihre Liebe wird dadurch materiell.

Die vergessene Werte, der Opportunismus, das Erledigen ohne etwas zu fühlen, das Konsumdenken, die Masse und die Eile: Momo ist eine Allegorie des aktuellen Zeitraumes. Momo ist aber der Schlüssel, der zu dem richtigen Leben führt. Mit ihrer Spontanität gibt sie die verlorene Zeit dem Menschen zurück.

Momo kann nicht uns von der Routine befreien aber wir selbst können unser Verhalten im Vergleich zu der Zeit ändern. Wie?! Ganz einfach: indem wir langsamer gehen, nachdenken, zurückkehren und einen Sinn an den Sachen geben und dabei unsere Emotionen folgen. Alles gehört den anderen nur die Zeit uns.

Ernesto Sirolli: shut up and listen!

Ernesto Sirolli: Italiener, 1976 graduierte er in Politikwissenschaft in Rom, 2004 schloss er eine Doktorarbeit an der Murdoch Universität in Perth ab. Er hat in dem Bereich der wirtschaftlichen Entwicklung in Europa, Afrika, Australien, Neuseeland, Kanada, USA und Großbritannien gearbeitet.

1985 hat er insbesondere die ökonomische Entwicklung von Esperance gefördert, eine kleine landwirtschaftliche Gemeinde in West-Australien: er bezog sich hauptsächlich auf die Leidenschaft, die Motivation, die Intelligenz und die Ressourcen der örtlichen Bewohnern.

Die Esperance Experience hat 250 Gemeinden den Anlass gegeben, diese reaktive auf die Menschen basierte Annäherungsweise als Vorbild zu nehmen. Dieses Modell wurde als Enterprise Facilitation bezeichnet und es wurde in dem Buch Ripples from the Zambezi — Passion, Entrepreneurship and the Rebirth of the Local Economy von Sirolli beschrieben.

Sirolli ist sehr bekannt in der Branche der verträglichen wirtschaftlichen Entwicklung geworden und hält Reden bei zahlreichen Konferenzen weltweit. Er ist der Gründer der Sirolli Institute, eine Non-Profit Organization, die bringt den Leadern bei, wie man wirtschaftliche Projekte entwickelt und vorsorgt.