Du kennst mich ja!

Diese Woche saß ich beim Mittagessen mit Kollegen auf unserer Firmenterrasse. Plötzlich klingelt bei einer Kollegin das Handy und, ohne es zu wollen, sehe ich auf ihrem Display, dass “Papa” anrief. Sie stellte sich bei Seite und telefonierte dann mit ihrem Papa.

Ich hatte direkt die Erinnerung, dass mein Papa nicht so telefonaffin war und mich fast nie anrief. Es war immer süß, als ich mit ihm telefonierte und er mich immer als allererste über das Wetter fragte, als ich schon in Deutschland wohnte. Es war so, wie er wäre gar nicht gewöhnt zu telefonieren und griff dann zum Smalltalk und wartete darauf, dass ich ihm etwas von meinem neuen Leben in einem fremden Land erzählte. 

Als die Kollegin fast fertig mit dem Telefonat war, kam sie näher zu unserem Tisch und sagte dann zu ihrem Papa: “Ja Papa, du kennst mich ja!”. Da musste ich direkt daran denken, dass unsere Eltern uns sehr gut kennen, sogar mehr als wir es manchmal vermuten und musste kurz schmunzeln. Vielleicht sind sie nicht die besten in ihren Gedanken zu mitteilen, wie mein Papa, aber sie wissen viel von uns, auch das, was wir nicht immer erzählen.

Ich würde alles geben, um nochmal meinem Papa über die strahlende Sonne der letzten Tage zu erzählen, kann ich aber nicht mehr. Das macht mich aber nicht traurig, sondern dankbar, dass ich mit ihm solche Momente teilen durfte.

Mein Papa und ich am Meer in Urlaub

Ein Wochenende mal woanders

Vor einigen Wochen bekamen wir die Einladung, Freunden in der Nähe von Bodensee zu besuchen. Sie haben ein neues Haus vor ein Paar Jahren gebaut und ich war sehr neugierig das zu sehen.

So fuhren wir gestern nach Tengen und genossen die Zeit zusammen. Ich habe sofort das Gefühl gehabt in Urlaub zu sein, das Haus der Freunden ist wunderschön und von ihrer Terrasse kann man dieses wunderschönes Panorama genießen.

Der Tapetenwechsel hat mir auf jeden Fall gut getan!

Das ist für mich Deutschland: grün und schön

Productivity Habits mit Steven Käser

Nach einer intensiven Online-Schulungswoche mit Steven Käser, in der wir Teilnehmenden viel über Produktivität gelernt haben, fasse ich meine Gedanken kurz zusammen.

Das Thema “Produktiv sein” und die Philosophie von “Getting Things Done” liegen mir seit längerer Zeit am Herzen. Ich versuche, mich ständig beruflich und privat zu optimieren, um alles im Überblick zu behalten. Daher war ich sehr gespannt auf die Inhalte dieser Schulung und ich wurde positiv überrascht.

Ich habe gelernt, dass ich eine Wissensarbeiterin bin und bin nach dieser Woche sehr gut vorbereitet, um den digitalen Arbeitsfluss zu meistern. Mein neues Mantra lautet: “Sammeln, Verarbeiten und Organisieren“. Ich habe vor allem gelernt, wie ich zur “Inbox 0” kommen kann und wie ich Aufgaben und nächste Schritte so spezifisch wie möglich formuliere. Mein Kalender ist intelligent eingerichtet und ermöglicht es mir, meinen Workload bewusster einzuteilen. Denn ich habe heute zum Abschluss noch Folgendes gelernt: “Selbstvertrauen wächst, wenn du das machst, was du dir vornimmst. Also nimm dir weniger vor und plane nur das ein, was du gewillt bist zu tun”.

Ich bedanke mich sehr bei Steven für die lehrreiche Woche sowie bei meiner Firma Endress+Hauser, die mir diese Erfahrung ermöglicht hat. Ein Dankeschön geht natürlich auch an die Gruppe von 23 Kollegen, die mit mir fleißig gelernt haben.

Eine produktive Wissensarbeiterin – Bild erstellt mit Copilot Designer

Ein Verein mit Sinn

Heute Abend war ich bei der Mitgliederversammlung von Wildwasser Stuttgart e.V., eine Beratungsstelle für Frauen, die sexuelle Gewalt erlebt haben und ihre Angehörige. Ich bin seit 2019 im Förderverein Mitglied.

Ich kenne diesen Verein schon seit meiner Anfangszeit in Deutschland, da Ursel, meine ehemalige Mitbewohnerin, in Karlsruhe im Vorstand war.

Als Aufwärmübung dürften wir heute Abend unter verschiedenen Karten, eine aussuchen und begründen, warum wir sie ausgewählt haben.

Ich habe das Bild eines Kindes im Dunkel ausgesucht, das einen leuchtenden roten Luftballon in der Hand hält. Für mich war die Begründung eindeutig. Ich habe über den heutigen Abend in diesem Ort nachgedacht, wo viele Frauen kommen, die im Dunkel sich befinden. Ich hoffe, dass sie bei Wildwasser einen sicheren Ort finden, wo sie wieder das Licht in ihrem Leben rein lassen können und wieder hoffnungsvoll und fasziniert darauf schauen können, so wie ein Kind einen Luftballon beobachtet.

Vereine wie Wildwasser sind wichtig und gehören unterstützt. Auf ihre Homepage findet ihr mehr Details: https://www.wildwasser-stuttgart.de

Eine Frau, die sexuelle Gewalt erlebt hat, muss unterstützt werden.

Es sind die kleinen Gesten

Es sind die kleinen Gesten, die den Unterschied machen. Heute Morgen stand dieser kleine Hase, versteckt hinter meinem Stiftehalter. Mein Chef hat uns allen einen geschenkt. Das ist wertschätzend und jedes Mal überraschend.

Seitdem ich bei Endress+Hauser arbeite, spüre ich, dass ich als Mensch für meinen Arbeitgeber zähle. Das ist unglaublich wichtig in der heutigen Arbeitswelt und ich fühle die damit verbundene Anerkennung.

Ich bin dankbar Teil dieser Gruppe zu sein.

Frohe Ostern!

Modigliani in Stuttgart

Am Freitagnachmittag habe ich früh die Arbeitswoche hinter mir gelassen, um die Ausstellung von Modigliani in der Staatsgalerie in Stuttgart zu besuchen. Das hatte ich meiner guten Freundin Julia zum 30. Geburtstag geschenkt. Da sie großes Interesse an der italienischen Kultur hat, hat sie sich über das Geschenk sehr gefreut.

Die Ausstellung ist in der Tat sehr interessant: Es werden alle Phasen des Künstlerlebens erklärt sowie der Einfluss von Modigliani in der Pariser-Szene der 1920er Jahren dargestellt.

Die Ausstellung wurde jetzt bis zum 1. April verlängert und ist empfehlenswert.

Ein bisschen italienische Kunst in Stuttgart

Die Erde ist schon schmutzig, egal!

Ich bin die Woche in Weil der Stadt spazieren gewesen und, auf dem Weg nach Hause, drei Kinder begegnet. Ein Junge und zwei Mädchen. Sie haben sich unterhalten, ein Mädchen hatte eine Chipstüte in der Hand und hat davon gegessen. Als das andere Mädchen auch Chips haben wollte, hat das erste ihr eine große Handvoll Chips gegeben und dabei sind welche auf den Boden gefallen.
Der Junge hat die Szene wie ich beobachtet und sagte laut: “Umweltverschmutzung! Die Erde ist schon schmutzig, egal!”.
Ich muss gestehen, mir fehlte es an Zivilcourage: Ich habe mich nicht eingemischt und ihnen etwas gesagt. Das bereue ich ein bisschen, weil mein neues Motto “Lead by example” ist. Ich hätte ihnen gesagt, dass es auf jeden einzelnen ankommt, wie wir die Erde behandeln.
Wenn wir Tempos oder Kaugummi auf den Boden fallen lassen, ist das nicht richtig. Es ist aber die Aufgabe von uns Erwachsenen, das Kindern beizubringen. Ich finde es traurig, dass Kinder so über die Erde denken. Ich finde es genauso traurig, dass ich nicht den Mut hatte, mich umzudrehen und den Mund aufzumachen.
Es ist nicht egal, ob die Erde schon schmutzig ist. Es ist unsere Aufgabe uns um sie zu kümmern, denn sie ist die Umgebung, wo wir uns nur als Gäste aufhalten dürfen.

Die Erde lebt und atmet, genauso wie wir.

Resilient durchs Leben

Autobiographie in 5 Kapiteln 

1. Kapitel: Ich gehe die Straße entlang. Da ist ein tiefes Loch im Gehsteig. Ich falle hinein. Ich bin verloren… Ich bin ohne Hoffnung. Es ist nicht meine Schuld. Es dauert endlos, wieder herauszukommen. 

2. Kapitel: Ich gehe dieselbe Straße entlang. Da ist ein tiefes Loch im Gehsteig. Ich tue so, als sähe ich es nicht. Ich falle wieder hinein. Ich kann nicht glauben, schon wieder am gleichen Ort zu sein. Aber es ist nicht meine Schuld. Immer noch dauert es sehr lange, herauszukommen. 

3. Kapitel: Ich gehe dieselbe Straße entlang. Da ist ein tiefes Loch im Gehsteig. Ich sehe es. Ich falle immer noch hinein… aus Gewohnheit. Meine Augen sind offen. Ich weiß, wo ich bin. Ich weiß, dass ich das selbst zu verantworten habe. Ich komme sofort heraus. 

4. Kapitel: Ich gehe dieselbe Straße entlang. Da ist ein tiefes Loch im Gehsteig. Ich gehe darum herum. 

5. Kapitel: Ich gehe eine andere Straße.  

Portia Nelson 

Dieses Gedicht habe ich bei einem 2-tägigen Resilienz-Seminar gehört. Es hat mich sofort angesprochen und berührt. Ich habe direkt reflektiert über wie oft wir im Leben in das gleiche Loch fallen und wie lange es dauert, bis wir es lernen, Verantwortung für unser eigenes Leben und unsere Entscheidungen zu übernehmen. Wir finden immer den Weg aus dem Loch, mal langsamer und mal schneller. Die Kunst besteht darin, bei sich zu bleiben, Gefühle rein zu lassen und zu spüren. Irgendwann sind wir in der Lage in einer bestimmten Situation anders zu reagieren und diese Fähigkeit ist unbezahlbar. 

Ich sage danke an Endress+Hauser für die Möglichkeit an so einer Schulung teilnehmen zu dürfen und an Tina Baumgarten, die Trainerin, für die Denkanstöße.

Pupsiträger

Gestern war ich nach zwei Tagen Kommunikationsschulung in meinen Gedanken vertieft. Als ich in die S-Bahn eingestiegen bin und Platz nahm, hörte ich eine alte Dame vorlesen. Neben ihr saß ihre Enkelin, ein 4-jähriges Mädchen. Sie wechselten den Platz und kamen dann neben mir und die Oma fuhr mit der Geschichte weiter. Das Kind war fasziniert und hörte ihr genau zu. Sie machten zwischendurch eine Pause aber das Kind bat immer die Geschichte weiterzulesen. Die Oma gab ihr dann die Hand und las fleißig weiter.
Das Mädchen war überraschend ruhig und interessiert, das wunderte mich. Den beiden zuzuhören und zu beobachten, entschleunigte meine Gedanken sofort.
Während einer Pause sprachen sie über die Bequemlichkeit von Hosenträgern und plötzlich sagte das Mädchen: „Hosenträger, Pupsiträger!“.
Ich musste so schmunzeln. Die Oma lachte auch und wiederholte das.
Mich wunderte, dass so ein gut erzogenes Kind sowas brachte aber dann war mir klar, dass in dem alter sich viel um Kaka dreht und dass die kleine Kinder das lustig finden.
Kinder sind so herzlich, sie überraschen einen immer mit ihrer Spontanität, sie filtern nicht und können so herzlich lachen, wenn sie etwas amüsant finden. Ihre Energie ist ansteckend, weil sie sie ohne Grenzen ausstrahlen und das ist wundervoll.

Im Zug passieren Dingen

Ziehe deine Uhr aus

Diese Woche habe ich es zwei Male bewusst gemacht. Wir waren am Mittwoch mit einem Freund verabredet, der auf Dominica lebt, und am Donnerstag in Stuttgart bei einem Konzert. 

Ich kam nach Hause, habe mich kurz umgezogen, um dann loszugehen, und ich habe mich entschieden, meine Uhr nicht zu tragen. Meine Intention war, mich in der Zeit zu verlieren und den Moment zu genießen. Das hat richtig gut funktioniert.

Ich hatte keine Ahnung, wie spät es war und habe mich auch nicht von der Uhrzeit beeinflussen lassen. Ich habe mich auf die Gespräche und die Musik konzentriert und auf meinen Körper geachtet. Ich habe einfach gefühlt, wann ich müde war, und habe mich dann verabschiedet.

Die Zeit ist ja eine Erfindung der Menschheit und sie kann uns manchmal unsere Aufmerksamkeit stehlen. Deswegen finde ich es wichtig, sich manchmal davon zu trennen und das Leben im hier und jetzt zu genießen.

In der Vergangenheit habe ich keine Uhr getragen. Ich bin beidhändig und wusste nicht genau an welchem Handgelenk ich sie tragen sollte, weil sie, gefühlt, mich immer gestört hat. Ein russisches Mädchen sagte mir damals, dass Leute, die keine Uhr tragen, glückliche Menschen sind. Ich glaube wirklich, dass da was dran ist.

Der Moment ist Freiheit – Calm Daily Trip