In gewisser Hinsicht

Was für andere tragisch aussehen mag, konnte für die betroffene Person zugleich eine große Gelegenheit sein zu wachsen und zu lernen.

Bronnie Ware

  

Aus dem Kalender meiner Nachbarin

Meine Nachbarin, eine Frau rund um die 60, hat neben ihrer Tür einen Kalender aufgehängt. Jeden Monat gibt es unter einem Bild einen Satz, der mich immer zum nachdenken bringt. Für März lautet der Satz wie folgt:

Glück: zu wissen, dass die meisten Zustände sich verändern und dass das Leben ein Fluss ist, in den wir nie zweimal treten. Ganz gleich wie alt wir sind – wir entstehen noch. In uns und vor uns gibt es noch etwas zu gestalten.

Ich finde es schön, dass sie den Kalender im Treppenhaus aufgehängt hat, weil solche Sätze und Sprüche mir eine neue Perspektive sowie viele positive Energien jeden Monat geben.

Ausdauer: mein Wort für 2016

Ich habe am Silvester aus einem Beutel voll von Wörtern das Wort Ausdauer zufällig als Wort des Jahres gewählt.

Definition aus Duden.de:

Bedeutungsübersicht

Beharrlichkeit (bei einer Arbeit, Tätigkeit)

Beispiele
  • sie hat keine Ausdauer bei der Arbeit
  • nur mit großer Ausdauer wird er sein Ziel erreichen
  • das steigert die Ausdauer (Kondition 2b) um 15 %

Synonyme zu Ausdauer

Beharrlichkeit, Beharrungsvermögen, Beständigkeit, Durchhaltevermögen, Durchstehvermögen, Geduld, Hartnäckigkeit, Kondition, Unbeirrbarkeit, Unermüdlichkeit, Verbissenheit, Zähigkeit; (gehoben) Langmut; (bildungssprachlich) Perseveranz; (umgangssprachlich scherzhaft) Sitzfleisch; (veraltet) Assiduität, Persistenz; (Psychologie) Tenazität

Lebendig ist…

von Luigi Nono

 

Lebendig ist wer wach bleibt

sich den anderen schenkt

das Bessere hingibt

niemals rechnet.

 

Lebendig ist wer das Leben liebt

seine Begräbnisse seine Feste

wer Märchen und Mythen

auf den ödesten Bergen findet.

 

Lebendig ist wer das Licht erwartet

in den Tagen des schwarzen Sturms

wer die stilleren Lieder

ohne Geschrei und Schüsse wählt

sich zum Herbst hinwendet

und nicht aufhört zu lieben.

 

Lebendig sein

Der Wert eines Versprechens

Heute Morgen bin ich in die Stadt nach Stuttgart zu Fuß gegangen. Von wo ich wohne braucht man nicht so lange, nur 20 Minuten. Nachdem ich eingekauft habe, war ich wieder auf dem Weg nach Hause. Mit vier anderen Leuten stand ich an der Kreuzung am Berliner Platz: ein Mann, der so etwa um die 50 war, ein zirka 60-jähriges Paar und eine Frau, die ungefähr 70 Jahre alt war. Die Fußgängerampel war rot, weil keine Autos von Rechts gekommen sind, haben der Mann und das Paar die Straße überquert.  Da mir schon gesagt wurde, dass ich deutscher als die Deutschen bin und ich es nicht eilig hatte, stand ich dort und wartete bis die Ampel grün geworden ist. Neben mir war diese kleine Frau, mit Brille und weißem Bubikopf. Als die Ampel grün wurde, sagte sie zu mir: “Jetzt dürfen wir gehen”. Ich stimmte zu. Auf dem Gehweg fährt die Frau fort: “Es ist nicht gut, die Straße bei rot als Fußgänger zu überqueren”. Ich sagte: “Ja, vor allem wenn Kinder da sind, man ist sonst ein schlechtes Vorbild für sie”. “Nicht nur – erzählte sie mir weiter – auch für sich selbst, stellen Sie sich vor, dass Sie stolpern und ihr Knöchel bricht. Sie bleiben da mitten auf der Straße liegen und die Autos kommen. Die Autofahrer dann sind die doofen aber sie können nichts dafür. Mein Mann, der schon lange gestorben ist, hat mir ein Mal gesagt: ‘Versprich mir, dass du nie bei rot die Straße überqueren wirst, da es gefährlich ist’. Ich habe bist jetzt mein Wort immer gehalten”.
Diese Frau hat meinen Tag verbessert indem sie mir gezeigt hat, dass ein vernünftiges Versprechen gegenüber der Person die man liebt, auch wenn diese Person nicht mehr da ist, immer gehalten werden sollte.

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#It’sAGirlThing

Es gibt eine Milliarde Mädchen auf dieser Welt und sie verändern Dinge. Auch wenn sie teilweise große Hürden überbrücken müssen.

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Wildwasser im Gespräch

Iris Tischler, Dipl. Psychologin, und Ruth Schäfer, Dipl. Sozialpädagogin, von der Beratungstelle Wildwasser & FrauenNotruf Karlsruhe waren am 30. Juni 2014 zu Gast bei Im Gespräch auf Baden TV.

Die Beratungsangebote von Wildwasser richten sich an von sexueller Gewalt betroffene Mädchen und Frauen, Eltern, Familienangehörige, Partner und Partnerinnen und andere Vertrauenspersonen aus der Stadt und dem Landkreis Karlsruhe.

Das Interview ist auch auf der Webseite von Baden TV verfügbar: Im Gespräch – Wildwasser – Beratung sexuell missbrauchter Frauen vom 30. Juni 2014.

Darf die Staatsangehörigkeit den Altruismus beeinflussen?

Auf dem Pinnwand von einiger meiner Facebook Freunden wird in den letzten Tagen oft eine Nachricht aus dem Gebiet, woher ich herauskomme, gepostet: aus dem Hinterland von Mailand. Es handelt sich über die Aussagen des Unternehmers Carlo Vichi, der Gründer der Firma Mivar. Dieses Unternehmen hat alle Fernseher herstellt, die während der Jahren des wirtschaftlichen Booms Italiens in den Häusern der Italiener gaben.

Am Anfang des neuen Jahrtausend hat Mivar es nicht mehr geschafft, gegen der Konkurrenz der grossen ausslandischen multinationalen Konzerne zu kämpfen. Der Fernseher Markt war schon immer  mehr technologisch und globalisiert. Seit kurzem hatte er sein neues Standort in Abbiategrasso geöffnet und der 90-Jährige Vichi musste Produktionsschluss anmelden.

Die Nachricht, die sich in diesen Tagen auf den Socialnetzwerken verbreitet, ist dass Carlo Vichi sich dafür bereit erklärt hat, das neu gebautete Standort von Mivar an einem seriösen Unternehmen kostenlos zu vermieten, wenn dieses Unternehmen in Italien Fernseher herstellt und 1.200 Italiener, aus Abbiategrasso und aus Mailand einstellt. “Das ist alles was ich nachfrage: meine Leute wieder lächeln zu sehen”, sagte der Unternehmer in einem Interview.

Beim ersten Blick, ist so eine Äusserung sehr beeindrückend: das muss man ja zugeben. Aber wenn man ein bisschen über den Tellerrand schaut und die italienische Lage betrachtet, scheinen diese Wörter eigentlich kurzsichtig.

Wäre es zu viel zu verlangen, dass man so eine altruistische Geste für irgendeine Firma macht, die das Risiko angeht, in Italien, in Abbiategrasso und in der Region von Mailand zu investieren und Arbeitsstellen an Leute, die sich mit entsprechender Ausbildung bewerben möchten, unabhängig von ihrer geografischen Herkunft anbietet? Bei der Arbeit zählen der Wille zu lernen, das Engagement, die Vielseitigkeit und die Flexibilität. Die Staatsangehörigkeit darf nicht ein Entscheidungskriterium, um Leute einzustellen, sein.

Wenn man die Geschichte von Herrn Vichi ein bisschen kennt, kann man ihn schon verstehen. Seine Geste hat definitiv einen guten Zweck. Dieser Artikel ist nur ein Nachdenken über den Altruismus und seinen bedinungslosen Charakter, das nicht das Ziel hat, die Initiative des Unternehmers nachzulassen. Man spekuliert ja gerne über das Geld anderer Leute.

Hier der Artikel aus Repubblica.it mit den Aussagen von Herrn Vichi.

Das Standort von Mivar in Abbiategrasso, Quelle mivar.it
Das Standort von Mivar in Abbiategrasso, Quelle mivar.it

nph: eine grosse Hilfe für die lateinamerikanischen Frauen

Der Morgen ist Frisch. In ihrer kalten Hütte zieht eine Bäuerin ihre bunte Tracht an, das einzige Kleidungstuck, das sie besitzt. Es liegt ein langer Fußmarsch vor ihr. Sie befestigt auf dem Rücken einen schweren Sack. In ihm sind Früchte. Ihr Ziel ist der Wochenmarkt in der nächsten Stadt. Dort will sie das wenige, was sie ernten konnte, den Marktbesuchern anbieten. Sie hofft auf ein wenig Geld, um für ihre Kinder Milch zu kaufen.

Die Bäuerin gehört zur indigenen Bevölkerung Lateinamerikas. Damit vereint sie vier Merkmale, die sie zu einer Verliererin der Gesellschaft werden lassen: sie ist eine Frau, lebt auf dem Land, hat keine Ausbildung und ist eine Indigene. So hat sie kaum eine Chance, aus der Armut rauszukommen. Und ihre Kinder, insbesondere die Töchter, werden sehr wahrscheinlich das gleiche Schicksal erleiden wie sie.

Leider hat sich das Leben der Mädchen aus sozial schwachen Schichten in Lateinamerika immer noch nicht verbessert und ein Großteil ist indigener Abstimmung. Viele müssen die Schule vorzeitig verlassen, um Geld für die Familie zu verdienen. Ohne Ausbildung bleiben für sie aber nur schlecht bezahlte Jobs und sie werden oft früh schwanger. Da die Väter meist nicht genug Geld haben um die Familie zu ernähren, lassen sie die Mutter und Kind im Stich. Es liegt also in der Verantwortung der Frauen, das Einkommen der Familie zu bestreiten und sich gleichzeitig um die Erziehung zu kümmern. Die Chance, dem Teufelskreis der Armut zu entkommen, ist aber für diese junge Mutter gering.

Zusätzlich werden Mädchen und Frauen in Lateinamerika oft Opfer von Gewalt und Missbrauch. Die Folge dieser Angriffe sind oft ungewollte Schwangerschaften, die die Mädchen und Frauen vor große Probleme stellen.

Um alleinerziehende Müttern zu helfen, hat nph honduras die Kindergesstätte ‘Pasos Pequiñitos’ (kleine Schritte) gegründet. Hier werden Frauen geholfen, die Arbeit haben oder eine Ausbildung machen, aber nicht wissen, wer sich während ihrer Abwesenheit um die Kinder kümmern soll.

Dem Gründervater von nph, Padre Wasson, war klar, dass der Kreislauf von not, Armut und mandgelder Bildung unterbrochen werden muss. Bei den Kindern damit anzufangen, war die logische Schlussfolgerung. Es bedeutete ihm viel dass die Mädchen in den Kinderdörfern die gleiche Ausbildung erhalten wie die Jungen. Und nicht nur die gute Schulbildung soll ihren Lebensweg verändern. In den Werkstätten erlernen die Mädchen handwerkliche Fertigkeiten, die es ihnen anschließend ermöglichen, ihren Lebensunterhalt selbst zu verdienen. nph folgt immer noch die Philosophie von Padre Wassons. Sie wollen, dass aus den Mädchen starke junge Frauen werden.

Quelle nph Webseite